Rezensionen

Rebellion The First Empire

The First Empire: Rebellion von Michael J Sullivan

The first Empire: Rebellion von Michael J. Sullivan

In den Tagen der Dunkelheit vor dem Krieg nannte man die Menschen Rhunes. Wir lebten in Rhuneland, dass damals noch unter dem Namen Rhulyn bekannt war. Wir hatten wenig zu essen und viel zu fürchten. Was wir am meisten fürchteten waren die Götter auf der anderen Seite des Flusses Bern, deren Land betreten uns verboten war. Die meisten Menschen glauben, unser Kampf gegen die Fhrey hätte mit der Schlacht von Grandford begonnen. In Wahrheit aber nahm er seinen Anfang an einem lauen Tag im Frühling, als zwei Männer den Fluss überquerten (Das Buch Brin) 

Michael J. Sullivan – Rebellion S. 1 

Seit tausenden Jahren leben die Menschen im Schatten der Götter, der Fhrey. Die Fhrey leben in kunstvollen Städten, verfügen über Magie und werden über 3000 Jahre alt, während die Menschen in armseligen Dörfern in ihren Reservaten leben, geplagt von Hunger und Krankheiten. Doch was passiert, wenn das Bild der Götter ins Wanken gerät? Wenn es sich um diese Götter auf Erden gar nicht um Götter handelt, sondern die sich den Status selbst gegeben haben. Das Schicksal meinte es nicht gut mit den Fhrey, denn eine Rebellion erhebt sich inmitten der Menschen. Das Buch Rebellion von Michael J Sullivan beginnt als falsche Entscheidungen getroffen werden und ein spannender Fantasy Epos findet sein Anfangen und das nur, weil ein sturer Vater den Stolz der Fhrey nicht ernst nahm. 

Der Mensch Herkimer überredet seinen Sohn Raithe über den Fluss Bern zu gehen und sich an einem Platz direkt am Fluss niederzulassen und bemerken gar nicht wie der Fhrey, den sie als Gott bezeichnen, näherkommt. Gemeinsam mit zwei Menschen-Sklaven sieht der Fhrey es nicht mal als würdig, seine Stimme erheben zu müssen. So lässt er den Sklaven Malcolm sprechen. Raithes dummer Vater aber glaubt, ihm steht der Ort über dem Fluss zu, da er vor vielen Jahren in den Reihen der Fhrey gekämpft hat. Der glatzköpfige Sklave spricht für ihn und schnell eskaliert die Situation, da der sture Herkimer nicht aufgeben will. In einem Gefecht sind die Fhrey den Menschen überlegen und schnell endet das Duell tödlich für Herikmer. Raithe, der jahrelang unter härtesten Bedingungen gelebt hat, schafft es lange genug gegen den Fhrey durchzuhalten, bis der Sklave Malcolm den Fhrey mit einem Stein bewusstlos schlägt. Raithe töten den Gott. Die Lüge der Fhrey wird aufgedeckt und die Rebellion trägt ihre Früchte. 

Die Neuigkeit, dass ein Fhrey gestorben ist geht rum wie ein Lauffeuer und die Geschichte nimmt ihren Lauf. So glaubten die Menschen, dass die Götter unsterblich sind, weshalb es noch keiner versucht hat auch einen zu töten. Die Werkzeuge der Menschen sind primitiv, sie kennen weder Säge noch Fässer oder Karren. Überall suchen die Fhrey nach dem Gottestöter und dem Sklaven Malcolm. Doch sind es die verschiedenen Charaktere, die durch ihre verschiedenen Intentionen und Emotionen, diese Geschichte zu einem spannenden Epos machen.  

Dhal Rhen war ein grasbestandener Hügel, der sich an den Rand des Sichelwaldes schmiegte. Ein Langhaus und mehrere hundert Lehmrundhütten waren dort durch eine Mauer aus Holz und Erde geschützt. Wenn ich daran zurückdenke, so war es ein kleiner, primitiver Ort, an dem Hühner und Schweine frei umherliefen, aber es war auch der Ort, an dem der Stammesführer des Clans Rhen lebte und herrschte. Und es war mein Zuhause (das Buch Brin) 

Michael J. Sullivan – Rebellion S. 37 

Zwar glauben alle das Raithe den Fhrey getötet hat, doch wissen die Leser das es nicht so ist. Nach und nach werden neue Figuren vorgestellt und schnell wachsen die Perspektiven und Nebenfiguren zu einer beachtlichen Zahl. 

Auch im Stammesdorf Dhal Rhen gibt es schlimme Nachrichten für Persephone, die die Frau des Stammesführers ist. Ihr Ehemann wurde von einem bösartigen Bären getötet und Konniger beansprucht den Stammesthron. Persephone gibt sich mit dem Status als Witwe zufrieden, doch sieht sie eine viel größere Bedrohung kommen. Ihre Priorität liegt im Überleben der Menschheit. Dörfer werden auf der Suche nach dem Gottestöter ausgelöscht. Die Fhrey machen Jagd auf die Menschen und drohen jeden zu töten, der den Gottestöter wohlmöglich versteckt hält. Persephone ist es, die zum Wohle der Menschen handelt und die Rebellion als Schutz vor der Auslöschung der Menschheit versteht.  Konniger sieht sich gefährdet und ein Intrigenspiel beginnt. Damit spielt die gesamte Geschichte innerhalb und um das Dorf herum.  

Suri die 14-jährige Seherin und ihre Wölfin Minna begleiten Persephone zum großen weisen Baum, um dort um Rat zu Fragen. Als Seherin kann sie mit Geistern und Pflanzen sprechen, Knochen befragen und so auch den weisen Baum verstehen. Eine Prophezeiung enthüllt sich, die von höchster Wichtigkeit ist und zufällig stoßen die beiden auf Raithe und Malcolm. Nun sieht Persephone die Chance, die bevorstehende Katastrophe aufzuhalten und die Auslöschung der Menschen durch eine Rebellion zu verhindern. Raithe ist der Gottestöter und unter ihm können sie einen Keenig wählen – Jemanden, der die Menschen vereint und anführt. Denn die Fhrey beherrschen die Kunst, die wir als Magie verstehen, haben ausgebildete Krieger, besitzen Waffen aus Bronze und können, trotz ihrer geringeren Bevölkerungszahl, ganze Dörfer der Menschen auslöschen. Denn auch die Fhrey sehen sich vor den tausenden Menschen bedroht, die sie nicht mal als intelligente Wesen, sondern Tiere verstehen. 

Sie nannten ihn den Gottestöter. Es waren Händler auf dem Weg nach Norden, die unszum ersten Mal von ihm berichteten. SeineLegende wuchs mit jedem Tag, doch am Anfangglaubte niemand daran. Außer mir. (Das Buch Brin)

Michael J. Sullivan – Rebellion S. 56 

Hier beginnt das Buch Rebellion erst richtig. Auch die Perspektive der Fhrey wird hier erzählt und leider kann man die Geschichte noch seitenweise weitererzählen. Wenn euch die Geschichte jetzt Lust auf mehr gemacht hat, dem Empfehle ich die „Rebellion – The First Empire 1“ von Michael J. Sullivan zu lesen.  

Der Fantasy Epos findet sofort ein spannender Einstieg. Es gibt keine langsame Einleitung, denn wir erfahren direkt was der Kern der Geschichte sein wird und wie der Protagonist Raithe in eine Situation gerät, die er selbst gar nicht möchte. Raithe ist hierbei der erste Beweis, wie detailliert die Figuren von Sullivan durchdacht sind. Raithe möchte nicht der Gottestöter sein, er möchte nicht der Held werden, doch begibt er sich sofort in Gefahr, um seinen Freunden zu helfen. Er lebte in noch ärmlicheren Verhältnissen als es Menschen in Dhal Rhen gewohnt sind und kulturell sind zwischen Persephone und Raithe Welten auseinander. Persephone kann man als zweiten Protagonisten verstehen, die direkt in den Erzählstrang einfließt. Mit Suri, Malcolm, Roan und den anderen Dorfbewohner entsteht hier eine liebevolle Ansammlung von Figuren, in die man sich einfach verlieben muss. Jede Figur passt in Sullivans Erzählart hinein und finden detaillierte intrinsische Motivationen. Auch die Perspektiven der Fhrey, der Miralyth und dem Prinzen der Fhrey passen gut in die Geschichte, denn auch die Seite der Feinde wird hier verständlich erzählt. Es fällt leicht sich in jede Figur hineinzuversetzen und es gibt keine Perspektive, die in der Geschichte langweilig wirkt.  
Zwar handelt es sich bei den Fhrey, Rhunes und den noch nicht vorgekommenen Dherg um die klassischen Elfen, Menschen und Zwergen, erzählt Sullivan mit Rebellion aber seine eigene Geschichte.  

Ich erinnere mich noch, wie Persephone damals auf diesen Stufen stand, als sie sich uns zuwandte und sagte, alles würde wieder in Ordnung kommen. Ich glaubte ihr. Ich denke,das taten wir alle. Persephone war keine Zauberin oder Seherin, doch an diesem Tagwirkte sie eine Art von Magie. Sie gab uns Hoffnung.– Das Buch Brin

Michael J. Sullivan – Rebellion S. 702 

Es hat nicht lange gedauert bis ich auch Band 2 gelesen habe. Es machte Spaß Rebellion zu lesen und es freut mich, die Geschichte schon bald als Trilogie zu Ende lesen zu können. Zwar habe ich schon viel erzählt, dennoch gibt es noch viele Dinge, die ich nicht erzählt habe, denn einige Charaktere handeln ziemlich offensichtlich, es gibt hier und da auch eine Figur, die nicht besonders auffällig ist. Zusätzlich entwickelt sich eine großer Handlungsstrang um Konniger und den Bären. Leider bekam ich dann auch das Gefühl, das Sullivan seine Figuren etwas zu sehr liebt. So gibt es für viele Figuren eine ziemliche Plot-Armor und auch jede Figur wird aufs besonderste hervorgehoben. Roan und Brin schaffen es sogar, viele Erfindungen der Menschheit einfach so zu erfinden und die Gefahren wirken nie wirklich tödlich. Dies entspricht eine klassische Fantasy, gefällt mir aber seit dem Lied von Eis und Feuer nicht mehr unbedingt. 

Rebellion ist ein Fantasy Buch, für das man schnell einen Einstieg findet und dann am liebsten nicht mehr weglegen möchte. Mit zwei weiteren Büchern ist man auch schnell mit viel Stoff versorgt.  

Rebellion | Michael J. Sullivan

03.04.2017 | 528 Seiten

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