Rezensionen

Interview mit Jessica Koch zu „Dem Horizont so nah“

Hauptfiguren Danny und Jessica von Dem Horizont so nah

Dank Studiocanal und S&L Medianetworx durfte ich die Autorin Jessica Koch im Bezug auf den Film „Dem Horizont so nah“ interviewen. Ihr findet bei der Filmkritik auch noch ein Gewinnspiel! 🙂

Sie hatten bereits ein Angebot für die erste Fassung von „dem Horizont so nah“ und haben das aber abgelehnt. Wieso?

Ich wollte es zu dem Zeitpunkt einfach noch nicht veröffentlichen, weil ich mir da nie Gedanken drüber gemacht habe. Jahre später – so 2015 – habe ich es noch einmal aufgeschrieben und spaßeshalber an 5 Literaturagenturen geschickt. Davon habe ich 4 Zusagen gekriegt und einer zugesagt.

Wie kamen Sie dazu Ihre Geschichte aufzuschreiben?

Als ich es damals zum ersten Mal aufgeschrieben habe, war es mit Sicherheit eine Verarbeitungssache. Das habe ich dann aber irgendwann weggepackt. Das zweite Mal war dann recht spontan. Mein Mann wollte ein Buch schreiben und da habe ich ihm gesagt, dass ich das auch schon mal gemacht hätte. Dann meinte er, ich soll es noch einmal schreiben. Ich war mir nicht sicher, hab es dann aber doch gemacht und in 8 Wochen runtergeschrieben. Dann hab ich das überarbeitet und das Manuskript hab ich an die Agenturen geschickt. Hab aber nie daran geglaubt, dass es veröffentlicht wird. Ich hatte auch keine großen Hoffnungen, weil ich mal nachgelesen habe, wie viele Manuskripte abgelehnt werden. Ich habs aber nie geschrieben mit dem Wunsch, es zu veröffentlichen.

Wie schwer war es, das Buch an eine Filmproduktion abzugeben?

Das werde ich oft gefragt, sehe es aber anders als die meisten. Mein Buch gebe ich nicht aus der Hand. Es ist immer noch mein Buch und bleibt es auch. Es ist nur eine Vorlage für den Film. Wenn ich ein Drehbuch geschrieben hätte, wäre es etwas anderes. Deshalb bleibt es mein Buch. Und es kann auch gar nicht 1 zu 1 so in einen Film übertragen werden. Mir war wichtig, dass die Botschaft erhalten bleibt am Ende. Ansonsten habe ich den Autoren die Freiheit gelassen. Aber ich bin super zufrieden.

Gab es auch Dinge, die Sie im Film gar nicht haben wollten?

Ja, es gab ein paar Dinge, da habe ich gesagt, dass ich das nicht so haben möchte. Die waren viel zu fern von den Figuren und der Realität. Zum Beispiel hatte Danny im Buch einen Autounfall und nach diesem ist er nicht mehr Auto gefahren. Nur noch alleine, aber nicht mit jemand anderem. Und im Film fliegen sie dann ja nach Atlanta und dort sollte Danny beim Roadtrip die ganze Zeit Autofahren. Aber da habe ich gesagt, das geht einfach nicht. So hätte er niemals gehandelt. Auch der Flug nach Atlanta fand ich schon grenzwertig, aber das Autofahren fand ich schlimmer. Es wurde aber auch sofort geändert und es wurde auf alles Rücksicht genommen.

Haben sie gemerkt, dass Luna ihre Essenz auch rübergebracht hat?

Doch schon. Ich find die Luna total super klasse. Man hat ganz gezielt nach sonem Mädel gesucht, das einfach unverbraucht ist. Diese Großstadt Flair sollte sie gar nicht rüberbringen, sondern das Flair vom Land. Und die Luna ist einfach ne kleine, süße, die frech und tough ist. Sie verkörpert einfach dieses Kleinstadt Feeling. Ich finde das echt super. Sie ist auch noch unschuldig und naiv und halt einfach noch nicht so vom Leben versaut. Das sieht man auch einfach. Und der Unterschied zu Danny ist einfach da. Danny verkörpert das weitläufige, das Amerikanische, das Große. Beide sind wirklich gut gewählt.

Hatten Sie mitspracherecht beim Casting?

Ich stand die ganze Zeit in Kontakt, aber sie sollten auf mich keine Rücksicht nehmen, da ich der Meinung war, dass sie sowieso niemanden finden, der perfekt passt. Vor allem nicht für Danny. Ich hab halt meine Bilder im Kopf und ich dachte nicht, dass jemand gefunden wird, der an ihn ran kommt. Dann wurden mir irgendwann mal Bilder vom Jannik geschickt und sie sagten: „Guck dir den mal an.“ Dann hab ich mir den angeguckt und fand den ganz nett, war aber nicht überzeugt. Ich hab dann Demobänder geschickt bekommen und die haben mich dann überzeugt. Ich hab die dann wenig später kennengelernt und fand sie super. Ich will auch gar nicht, dass er Danny ersetzt. Aber er passt vom Typ, von der Art her einfach wirklich gut. Ich find den ganzen Cast einfach perfekt und passend. Vor allem für Danny ist es eben schwer einen Typ zu finden, der das unnahbare haben muss, gleichzeitig Model ist und dann auch noch dieses Amerikanische verkörpern kann.

Und was war das für ein Gefühl, als sie den fertigen Film dann gesehen haben?

Ich war auch schon beim Dreh immer wieder dabei und kannte den Film in einzelnen Szenen. Ich hab das Drehbuch fünf oder sechsmal gelesen. Ich wusste was mich erwartet. Aber ich war trotzdem mega aufgeregt als ich dann nach München gefahren bin. Ich kam dann an und dann sagten sie mir „Wir hoffen, der Film gefällt dir. Denn wir können nix mehr ändern.“ Ich war total begeistert und zufrieden nach diesem ersten Screening.

Ist der Film eine Art Flashback zu der Zeit mit Danny für Sie?

Wenn ich den Film gucke, sehe ich nicht Danny. Ich sehe Luna und Jannik. Ich fand es immer komisch, wenn Luna Jannik mit Danny angesprochen hat. Dadurch dass ich den ganzen Prozess des Films auch mitgemacht habe, ich am Set war, in den Drehpausen mit den beiden gesprochen habe, sind es einfach zwei Menschen, die ich kenne und sehe und nicht Jessica und Danny. Es gibt zwar Szenen, die mich an damals erinnern, aber es sind keine richtigen Flashbacks.

Gibt’s schon Reaktionen von den Lesern? Sind die gespannt?

Ja schon. Die warten alle schon und buchen teilweise schon Kinokarten. Ich bin hier am Nervösesten und hoffe sehr, dass ihnen der Film gefallen wird.

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