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Der Tag, an dem Cooper starb

Buchrezension Der Tag, an dem Cooper starb von Rebecca James

Vielen Dank an cbt und das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar

„Ich denke an Mum. Und an Libby…ihre Wärme, ihre Augen, ihren Körper…Wäre ich dazu noch fähig, würde ich bei diesen Gedanken lächeln. Erinnerungen ziehen an mir vorüber, an ein Leben, für das es sich zu kämpfen lohnt, aber dazu habe ich keine Kraft mehr.“ (Cooper)

Rebecca James – Der Tag, an dem Cooper starb; cbt, S.9

Cooper ist Tod. Mit der Nachricht wird Libby, seine Freundin, geweckt. Nicht nur sie, sondern auch Coopers Freunde werden damit plötzlich konfrontiert, denn Cooper war doch immer so ein fröhlicher Mensch! Die Polizei tut seinen Tod als Selbstmord ab. Doch Libby ist sich sicher: Er war nicht depressiv. Sie hatten eine Zukunft, waren verliebt und wussten schon, wo sie nach der Uni hinwollten. Weshalb war Cooper Tod? Libby beginnt in der Vergangenheit zu wühlen und deckt Geheimnisse auf, die lieber hätten verschlossen bleiben sollen.

Der Tag an dem Cooper starb hat mir sehr gut gefallen. Ich habe gehofft, dass es eine Art Thriller oder Krimi ist und das war zum Teil auch so. Es geht darum, dass Cooper stirbt und der Leser bekommt dann erst einmal einen Einblick in die Charaktere. Zunächst vom sterbenden Cooper, dann werden die Charaktere vorgestellt, die wichtig sind und wie sie den Tod von Cooper mitbekommen. Kurz darauf wechselt die Perspektive in die Vergangenheit, in der alles begonnen hat: Libby lernt Cooper kennen, Sebastian und Claire werden daraufhin eifersüchtig.

Libby ist ein ganz normales Mädchen von Nebenan. Sie studiert, hat ihre Freunde und lebt ihr Studentenleben so, wie sie es für richtig hält: eine Mischung aus Lernen, Feiern und Arbeiten. Dann lernt sie eines Tages Cooper kennen und will zunächst nichts von ihm wissen, denn eigentlich kennen sich die beiden noch aus der Schulzeit, in der sie die uncoole Streberin war und er der Coole. Cooper trifft Libby zufällig in einer Bar wieder und da beginnt es zwischen den beiden zu Funken.

„Es dauert einen Moment, bis ich begreife, dass das Geräusch, das ich höre, dieses animalische, verzweifelte Geheul, von mir selbst stammt. Mum hockt sich zu mir auf dem Fußboden, nimmt mich in die Arme und drückt meinen Kopf an ihre Schulter.“ (Libby)

Rebecca James – Der Tag, an dem Cooper starb; cbt, S.12/13

Von Cooper lernt der Leser direkt eine andere Seite kennen. Er ist nett, liebenswert und humorvoll. Nach der Schule hat er bei einem Tischler angefangen zu arbeiten. Er hat große Träume und in diesen fehlt eigentlich nur noch ein Mädchen, das er wohl in Libby gefunden hat. Die Liebesgeschichte zwischen den beiden entwickelt sich richtig schön langsam und unglaublich süß. Doch Cooper ist auch unglaublich verletzlich, denn er lebt nur mit seiner Mutter, die alles für ihn tut, da sein Vater Selbstmord begangen hat.

Sebastian und Claire sind beste Freunde und gehören zur Clique von Cooper. Sebastian ist eigentlich Coopers bester Freund seit Kindheitstagen, doch gemeinsam mit Claire kifft und säuft er sich die Birne weg. Einfach, weil ihm langweilig ist oder seinen Vater ihn stresst. Denn der kann nicht verstehen, weshalb Sebastian schwul ist. Dazu kommt Sebastian noch aus gutem Hause, sodass der Vater sich für ihn schämt, da er nicht der Mann geworden ist, den er haben wollte. Der Leser erfährt auch immer wieder Episoden aus Sebastians Kindheit, bei denen man mit ihm auch Mitleid empfindet. Schnell wird auch klar, dass Sebastians Eifersucht auf Libby durch etwas anderes kommt, als dass sein bester Freund in vernachlässigt.
Claire war mal mit Cooper zusammen, bereut ihren Seitensprung und den Bruch mit Cooper seit jeher. Sie ist unfreundlich, eine Zicke und unglaublich verletzlich. Sie weiß nicht, was sie mit ihrem Leben anfangen soll und lebt in einem Lebenstief, aus dem sie einfach nicht rauskommt. Durch Coopers Tod wird dieses nur noch viel schlimmer..

„Nie hätte ich gedacht, dass ich auf diese Art sterben würde.
Es ist ein Schock, als ich plötzlich über die Felskante rutsche. Starr vor Schreck fühle ich mich unaufhaltsam in die Tiefe stürzen.“

Rebecca James – Der Tag, an dem Cooper starb; cbt, S.9.

Die Charaktere sind alle einzigartig, haben ihre eigenen Probleme, doch letztendlich kreisen sie alle um Cooper. Cooper ist der Mittelpunkt des Ganzen – immerhin ist er auch derjenige, der stirbt. Libby forscht relativ schnell in ihrer Trauer, weshalb Cooper Tod ist, da die Polizei es als Suizid abtut, doch sie weiß es besser und findet am Ende auch die Lösung. Zwischen ihren Ermittlungen wird die Geschichte rund um Cooper, Libby, Claire und Sebastian erzählt, wie sich die Geschichte zwischen Libby und Cooper entwickelt, wie sich das auf alle anderen auswirkt, bis zu dem Punkt, an dem er stirbt. Gleichzeitig wird die Gegenwart gezeigt, wie alle mit dem Tod umgehen. Libby forscht nach, Sebastian und Claire kommen damit gar nicht klar.

Der Schreibstil ist gut, die Charaktere wechseln schnell und oft, doch es ist nicht verwirrend, sondern passt ganz gut in die gesamte Geschichte rein. Der Erzählstil ist außerdem rasant, man kommt gut durch die Geschichte, die schneller vorbei ist, als man lesen kann.

Das einzige, was mich gestört hat war, dass vor allem die Feindseligkeiten, die von Claire in Richtung Libby und Cooper ausgingen, nicht richtig begründet wurden. Erst am Ende hat der Leser erfahren, was das eigentliche Problem war und das war wiederum eher unbefriedigend zu lesen. Es schien eher reingequetscht, als passend.

Eine tolle, kurze Geschichte, in die man als Leser gut reinkommt und die schnell gelesen ist.

Rebecca James | Cooper Bartholomew is Dead

09. Juli 2018 | 432 Seiten

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