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Cinder und Ella | Rezension

Rezension Cinder und Ella von Kelly Oram

Das Problem mit Märchen ist, dass die meisten mit einem tragischen Schicksalsschlag beginnen. Ich verstehe schon, was dahintersteckt: Niemand mag eine verhätschelte Heldin. Eine großartige Figur muss Hürden überwinden – Erfahrungen, die ihr Tiefe verleihen, sie verletzlich und sympathisch machen und einem die Möglichkeit geben, sich mit ihr zu identifizieren.

Cinder & Ella – Kelly Oram, S.7, ONE.
header inhalt

Ella hat nach einem Autounfall langwierige OPs hinter sich und muss jetzt noch zu ihrem Vater ziehen. Sie möchte eigentlich nur noch in ihr altes Leben zurück, aber das kann sie nicht. In ihrer Verzweiflung beschließt sie, sich erneut bei ihrem alten Chatfreund „Cinder“ zu melden. Er ist der Einzige, der sie versteht, obwohl sie sich nur aus dem Chat kennen. Ella ist schon seit einiger Zeit in Cinder verliebt, doch was sie nicht weiß: Cinder auch in sie. Das Problem: Cinder ist weltberühmt und ein Treffen zwischen den beiden kann nicht funktionieren, oder?

header meinung

Cinder und Ella ist ein Buch, bei dem ich mich am Ende wirklich frage „Wieso habe ich es jetzt erst gelesen“? So oft wurde mir dieses Buch empfohlen, sooft habe ich darüber nachgedacht, ob ich es mir anhören soll und dann habe ich es innerhalb von ein paar Tagen durchgehört.

Ella war für mich eine sehr starke Protagonistin. Ich glaube ich habe in einem Jugendbuch lange nicht mehr so einen einzigartigen Charakter gehabt. Sie verliert ihre Mutter bei einem Autounfall, ist ewig im Krankenhaus, in der Reha und lebt dann mit Verbrennungen im wunderschönen L.A.. Ganz Cinderella Like zieht sich zu ihrem Vater, ihrer seminetten Stiefmutter und ihren beiden Stiefschwestern, die sich alle noch zu sehr wichtigen Nebenfiguren aufbauen. Ich mochte Ella, weil sie unglaublich stark war. Egal, was ihr in der Schule oder zu Hause passiert, sie versucht damit klar zu kommen und das alles nur wegen Cinder. Er ist ihr Anker in der schweren Zeit und hilft ihr immer aus ihren tiefen Löchern zu kommen. Neben Cinder hat sie bald noch ihre beste Freundin Vanessa, die ziemlich cool ist und Ella durchweg unterstützt. Obwohl sie weiß, dass Ella Cinder nicht im geringsten kennt, versucht sie die beiden immer wieder auch im echten Leben zusammen zu bringen, was aber niemals gelingt, denn Cinder ist ein Filmstar und kann sich nicht einfach mit Ella treffen. Doch das weiß niemand von ihnen. Ella weiß lediglich, dass Cinders Dad groß im Filmbusiness ist.

Statt sich mit einer Begrüßung aufzuhalten, schlug Anastasia sich die Hand vor den Mund. ‚Oh Mann, ich bin so froh, dass dein Gesicht nicht entstellt ist.‘

Cinder & Ella – Kelly Oram, S.23, ONE.

Deshalb ist Cinders Perspektive auch so spannend. Als Leser weiß man direkt wer er ist und wie er zu Ella steht. Durch ihn wird klar, dass er Ella nicht nur als beste Freundin sieht. Alles was er sagt und tut bezieht sich immer darauf, dass er hofft, irgendwann mehr als ein Freund für sie zu sein. Sie gehen sehr innig miteinander um, streiten sich und versöhnen sich wieder. Cinder bzw. Brian muss selbst durch richtig viel Blödsinn durchgehen, weil er natürlich in seinem Leben als Filmstar durchweg kontrolliert wird. Er muss mit seinem Co-Star eine Liebesbeziehung und später eine Verlobung spielen, einfach damit ihr Film erfolgreich wird. Heißt für ihn im Umkehrschluss natürlich, dass er sich niemals mit Ella treffen kann. Cinder zeichnet sich vor allem durch seinen Humor aus. Ich glaube ich habe bei einem Buch lange nicht mehr so viel gelacht und geweint, wie in diesem.

Die Beziehung zwischen den beiden sich so wunderschön und süß. Als Leser bekommt man beide Seiten mit und immer wieder wollte ich Ella zuschreien „ER IST BRIAN OLIVER HÖR AUF ÜBER IHN IN GEGENWART VON CINDER SO ZU SPRECHEN“ weil Cinder dadurch mitbekommen hat, dass sie ihn sexy findet. Meine liebste Szene war dann, als die beiden sich das erste Mal gegenüberstehen und Ella, ganz die Ella ist, die wir alle kennengelernt haben: Unverschämt und charmant. Diese Szene war so zuckersüß.

‘Brian!‘

Seufzend riss ich mir die Stöpsel aus den Ohren. Diese kurze Atempause dauerten nicht lange genug. Ich öffnete die Augen und stellte fest, dass der größte Teil meines Managementteams mich wütend anfunkelte.

Cinder & Ella – Kelly Oram, S.44, ONE.

Generell waren die Beziehungsentwicklungen in Cinder und Ella sehr gut. Mir hat gefallen, wie ihre Familie langsam aufgetaut ist. Auch wenn Ella es nicht einfach hatte, hat vor allem ihr Vater versucht immer ihr alles so angenehm wie möglich zu machen. Ich mochte die Entwicklung von Ella und ihren Stiefschwestern sehr, obwohl der Anfang echt grausam ist, wird es doch gegen Ende viel besser.

Auch das psychische Krankheiten nicht verschwiegen werden, fand ich gut. Ein Jugendbuch, in dem so offen über Depression gesprochen wird, fand ich gut. Es ergibt Sinn, dass Ella nach all der Torturen nicht einfach ihr Leben weiterleben kann und irgendwo Probleme hat.

Header Fazit

Insgesamt hat mir Cinder und Ella sehr gut gefallen. Es hat bereits jetzt schon Potential für ein Jahreshighlight.

(2) Kommentare

  1. sagt:

    Hallöchen Andrea,

    ich habe auch nur Gutes von dem Buch gehört. Gerade habe ich ein Dejavu zu meinem zuletzt gelesenen Buch „The Story of a Lovesong“ – wundervoll sag ich dir, tolles Buch. Ähnliches Thema.

    Und manchmal versauern die besten Bücher völlig unbewusst auf dem SUB. Wir alle kennen das und jetzt hast du es ja gelesen 🙂

    Liebe Grüße
    Tina

    1. Drea sagt:

      Liebe Tina,

      da muss ich wohl mal in deine BUchempfehlung reinschauen, wenn das Thema ähnlich ist 🙂

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