Rezensionen

Concrete Rose | Rezension

Angie Thomas Rezension

Auf der Straße gibt es Regeln.

Die sind nirgends aufgeschrieben und man findet sie auch in keinem Buch. Das sind ganz selbstverständliche Dinge, die man weiß, sobald die eigene Momma einen aus dem Haus lässt. Ungefähr so, wie man ja auch weiß, wie man atmet, ohne dass es einem jemand sagt.

Angie Thomas – Concrete Rose, S.9. cbj.

Vielen Dank an CBJ und Randomhouse für das Rezensionsexemplar

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Der 17-jährige Maverik weiß aus eigener Erfahrung, dass man für seine Familie verantwortlich ist. Er dealt für die King Lords, damit seine Familie über die Runden kommen. Für ihn ist das Leben zwar nicht perfekt, aber seine Freunde machen es schon ganz gut. Doch als er erfährt, dass er Vater wird, dreht sich seine Welt um 180 Grad. Er begreift schnell: er muss den Schulabschluss machen und sollte aus der Gang aussteigen, doch so einfach ist das nicht..

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Für mich stand von Anfang an die Frage im Raum, ob dieses Buch mich genauso überzeugen kann wie The hate u give oder One the come up, da es um Starrs Vater geht. Irgendwie hatte ich Angst, dass das jetzt nur noch Fanservice wird und irgendwie nicht so gut. Aber soviel vor ab: Concrete Rose fügt sich perfekt in die Reihe von tollen Angie Thomas Bücher ein.

Der Hauptcharakter ist Marv, der mir von der ersten bis zur letzten Seite sehr sympathisch war. In The Hate U Give fand ich ihn immer schwierig, weil ich viele seiner Taten nicht nachvollziehen konnte, doch durch dieses Buch wurde mir so einiges klarer. Man erkennt relativ schnell, woher Starr den einen oder anderen Charakterzug hat, nämlich von ihrem Vater. Mir hat es hier sehr gut gefallen, dass seine Figur auf einer ganz anderen Ebene gezeigt wird und ihm soviel Raum gelassen wird. Es ist schnell klar, dass es eigentlich nur mit Drogen dealt, weil er keine andere Option für sich sieht, um Geld zu verdienen. Doch sobald er Verantwortung für seinen Sohn Seven hat, hört er auf, versucht seinen Schulabschluss zu machen und raus aus den Gangs zu kommen. Das fand ich sehr schön, denn das deckt sich sehr mit dem Marv, den man bereits kennt. Er wird als einfühlsam, schlau, herzensgut und schlau dargestellt, was ich ihm direkt abgenommen habe.

Seit sechs Monaten dealen King und ich hinter dem Rücken der Big Homies. Wie schon gesagt können Li’l Homies nur Gras verticken, aber damit macht man längst nicht so viel Kohle wie mit dem anderen Zeug.

Angie Thomas – Concrete Rose, S.15, cbj.

Wieder einmal hat uns Angie Thomas in die Garden Heights mitgenommen und gezeigt, dass dieses Viertel sich zwischen Concrete Rose und The Hate u Give kaum verändert hat. Schon damals haben die Jugendlichen von mehr geträumt als nur Drogendealen und Gangscheiß (Wie es immer so gerne von den Charakteren heißt). Und ich finde es immer wieder schön, dass Angie Thomas den Figuren soviel Raum für ihre Träume einräumt und Probleme anspricht, die man so in keinem Buch mitbekommt. Ich finde es so wichtig, dass diese Themen in Jugendbücher angesprochen werden.

Ich weiß aber ehrlich gesagt nicht, ob mir die deutsche Übersetzung so gut gefällt. Parallel zu Concrete Rose habe ich Dear Justyce von Nic Stone auf Englisch gelesen und irgendwie kam mir dazu die Übersetzung holpriger vor. Es geht glaube ich einiges an Authentizität verloren bei der Übersetzung, deshalb werde ich wohl ab dem nächsten Buch die Bücher lieber auf Englisch lesen. Da ist es zwar auch ab und an schwierig mit dem Slang, aber das wirkt einfach authentischer.

Müsst ihr The Hate u Give kennen, um Concrete Rose zu lesen? Definitiv nein. Es ist zwar irgendwie die Vorgeschichte zu The hate U Give, aber da es eher um Starrs Vater geht und nicht um Starr selbst, kann man dieses Buch also gut vorher lesen.

Header Fazit

Lesen, Lesen, Lesen! Ich habe in dieser Rezension nicht gespoilt, daher ist sie auch etwas kürzer ausgefallen. Aber das Setting und die Charaktere waren so wundervoll und toll. Ihr MÜSST dieses Buch also unbedingt lesen!

(2) Kommentare

  1. sagt:

    Liebe Andrea,

    kennst du „Auf der Suche nach dem Kolibri“? Es ist seichter, trotzdem hochemotional, handelt von Träumen, Rassismuss und irgendwie ziehe ich gerade Parallelen, obwohl beide Handlungen unterschiedlich sind. Auf jeden Fall musste ich gerade daran denken.
    „The hate you give“ liegt immer noch auf dem SUB… Oh man, ich sollte mir eine „Unbedingt in 2021“ – Liste machen. Noch ist Zeit. Du erinnerst mich daran 😉

    Liebe Grüße
    Tina

    1. Drea sagt:

      Hallo Tina,

      das Buch kenne ich nicht, werde es mir aber gleich mal anschauen und auf die Wunschliste setzen 🙂

      Liebe Grüße
      Andrea

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