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Paris Underground | Rezension

Paris Underground Rezension

Scott spurte einen eiskalten Hauch im Nacken. Das war jedoch nahezu unmöflich, imnmerhin trug er einen dicken schal um den Hals und der Kragen seiner Jacke war hochgesteklt. Unwillkürlich fasste er sich in den Nacken und drehte sich um. Es war auffällig unauffällig.

Paris Underground – Anja Stephan

Rezensionsexemplar

header inhalt

Als Scott seiner ehemaligen Schulkameradin über den Weg läuft, weiß er sofort, dass das kein Zufall ist. Relativ schnell wird ihm klar, dass das Schicksal es nicht gut mit ihm meint. Plötzlich befindet er sich gemeinsam mit Gwendolyn auf der Suche nach dem verlorenen Herzen in der Pariser Unterwelt. Die beiden müssen sich zeitgleich noch mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen, die sich über fast 150 Jahre streckt.

header meinung

Paris Underground ist ein Buch, bei dem ich mit aus meiner Komfortzone getraut habe und nicht enttäuscht wurde. Diejenigen, die mich gut kennen wissen, dass ich eigentlich nichts mit Elfen anfangen kann. Doch als mich Anja gefragt hat, ob ich das Buch lesen möchte, hat mich der Inhalt und die Leseprobe überzeugt und das hielt auch an.

Was ich vorweg sagen muss ist, dass sie eine sehr ausführliche Triggerwarnung voraus stellt. Das ist leider nicht selbstverständlich, umso mehr hab ich mich darüber gefreut.

Die Welt ist nicht kompliziert und wird dem Leser während des Lesen immer weiter erklärt und erläutert. Das hat mir gut gefallen. Einzig die Erwähnung des Schicksals zwischen Gwendolyn und Scott war mir ein Ticken zu viel am Anfang, aber das ist Geschmackssache.

Die zwei Hauptcharaktere, aus deren Sicht man auch liest, sind beide sehr interessant. Gwendolyn kommt aus einer bekannten Familie in der Geschichte, ist aber der verstoßene Paradiesvogel. Sie ist Künstlerin, umgibt sich mit diesen und liebt alles was mit gemalter Kunst zu tun hat. Doch so einfach ist sie doch nicht gestrickt. Denn sie interessiert sich auch für unseren Bibliothekar, der eigentlich aus seiner verfeindeten Familie kommt.

Die Menschen suchten die Nähe der Hochelfen. Sie taten es unbewusst. Es hieß, es läge an ihrer besonderen Aura, die sie von anderen magischen Wesen unterschied, von Hexen und Hexern, Magiern und Magierinnen und den Geschöpfen der Nacht.

Paris Underground – Anja Stephan

Ich mach Gwendolyn als Charakter sehr. Am Anfang bin ich nicht direkt mit ihr warm geworden, weil sie nur aus Scotts Perspektive erzählt wurde und ab und an mal ein Kapitel zu ihr kam, in dem sie sich über ihre Mutter beschwerte. Doch je mehr ich sie kennen gelernt habe, desto sympathischer wurde sie mir. Anja lässt uns Leser aber auch gut in die Gefühle ihrer Charaktere blicken.

Scott möchte ich direkt. Er ist ein sehr sympathischer Charakter. Er und seine Mitarbeiterin Bernadette sind eine spannende Konstellation. Scott wirkt etwas distanziert und als ob er sich nur für seinen Beruf interessieren würde. Doch durch seine Freunde und die Treffen mit Gwendolyn erfährt man, dass viel mehr hinter seiner Fassade steckt.
Dennoch ist dies keine Romeo und Julia Geschichte. Die Liebesgeschichte zwischen den beiden ist langsam, aber das ist sehr realistisch und schön. Ich mochte auch die Gespräche und vor allem das anfängliche Beschnuppern der beiden. Sie wollen sich beide nicht treffen, aber durch das verwobene Schicksal kommen sie gar nicht drum herum, sich immer und immer wieder über den Weg zu laufen – und so machen sie das beste draus.

Was ich auch noch erwähnen möchte ist, dass Bernadette als nicht binäre Person in das Buch geschrieben ist. Das hat mir gut gefallen. Bernadette wird mit den Pronomen „iel“ bezeichnet, was das französische Pronomen für non binäre Personen ist. Das war am Anfang etwas befremdlich zu Lesen, hat aber schon nach ein paar Seiten den Lesefluss gar nicht mehr gestört. Mir hat es hier auch gut gefallen, dass die Frage nach dem Pronomen bei vielen Personen einfach beiläufig gefragt wird.

Header Fazit

Paris Underground hat mir gut gefallen. Die Geschichte wird langsam erzählt, aber nicht so, dass es langweilig wird.


Anja Stephan | Paris Underground

12. Juni 2021

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