Rezensionen

Interview | Jasmin Jülicher | Knochen und Dampf

Interview Jasmin Jülicher

Jasmin Jülicher ist die Autorin von „Knochen und Dampf„.Ich habe euch bereits am Freitag ihr Buch vorgestellt und in diesem Beitrag durfte ich ihr ein paar Fragen zu ihrem Buch und ihrem Schreibprozess stellen.

Knochen & Dampf ist ein klassischer Steampunk Krimi, der im fiktiven Autonomen Deutschen Kaiserreich spielt. Wie kamst du auf die Idee, es im Kaiserreich spielen zu lassen?
Ich finde es immer spannend, meine Steampunk-Romane in verschiedenen Organisations- und Regierungsformen spielen zu lassen. Und diese Form der Macht passte zu dem Setting eines komplett abgeschotteten Landes. Es wird nur durch die kaiserliche Familie geeint und streng beherrscht.

Wieso Steampunk? Was fasziniert dich daran?

Ich mag die Ästhetik von Steampunk sehr gerne, dieses etwas Rohe, dem ein Hauch von Abenteuer anhaftet. Dazu kommt der starke Fokus auf Naturwissenschaften und die vielen Möglichkeiten, die die technischen Entwicklungen gekoppelt mit einer früheren Zeit mir als Autor bieten.
Die Romane spielen ja üblicherweise in einer Zeit, in der es noch etwas zu entdecken, etwas zu erobern gibt und noch so einige Geheimnisse existieren, die aufgedeckt werden können.

Deine beiden Ermittler sind sehr unterschiedlich. Mary ist eher tough, Max frisch von der Uni und stürzt sich schon fast mit Übereifer in die Ermittlungen. Wie kamst du auf die Charaktere?

Mir schwebten vor dem Plot bereits Charaktere vor, die grundverschieden sind, sich aber gerade durch diese Unterschiede ergänzen, deren sehr verschiedene Ansichten aber auch zu amüsanten Wortgefechten führen.
In meinen Romanen gibt es meistens Frauenfiguren, die das Gegenteil von einem hilflosen Fräulein sind, das gerettet werden muss. Genau so eine Figur ist auch Mary, wobei ich es bei ihr ein wenig auf die Spitze getrieben habe 😀

Ist es dir leichter gefallen Mary oder Max zu schreiben?
Mary – muss ich ehrlich zugeben 😀
Sarkastische Antworten und grundsätzliches Genervtsein von Menschen kann ich oft viel zu gut nachvollziehen.

Max arbeitet sehr wissenschaftlich und erklärt Mary auch sehr viel in Bezug auf die Knochen, den Knochenwuchs usw. Wie hast du das recherchiert? Wie hast du das nachgeschlagen während des Schreibens?
Da ich Biologie studiert habe, ist mir das Recherchieren zu wissenschaftlichen Themen nicht fremd. Dementsprechend habe ich Veröffentlichungen (Papers) zu den Knochen-bezogenen Themen gesucht und daraus Max‘ Wissen bezogen. Es war spannend zu lesen, wie viele Unterschiede an den Knochen tatsächlich festgestellt werden können.

Hast du eine Lieblingsszene, wenn ja welche?
Ich mag die Szene, in der Max und Mary im Restaurant sitzen und sich unterhalten, sehr gerne. In der Szene bröckelt die harte Fassade, die Mary um sich aufgebaut hat, zum ersten Mal ein wenig und man erfährt mehr über beide Figuren.
Lustigerweise gab es zu der Szene auch deutliches Lob von meiner Lektorin.

Gibt es etwas, was dir schwer gefallen ist beim Schreiben von Knochen & Dampf?
Tatsächlich nicht. Ich hatte die Geschichte bereits vorher komplett durchgeplant und die Figuren haben mir so gut gefallen, dass sie sich förmlich von selbst geschrieben haben.
Wenn ich bei Geschichten ins Stocken komme und nicht weiterschreiben kann, liegt es meist daran, dass die Story irgendeinen Fehler hat, den ich bisher nicht bewusst erkannt habe.

Was inspiriert dich generell als Autorin?
Ich reise viel und alles, was ich auf den Reisen sehe, kann später in einer meiner Geschichten landen oder mich zu einer inspirieren. Letztes Jahr war ich beispielsweise in Island und die Landschaften dort werden es sicher noch in eines meiner Bücher schaffen.
Außerdem gibt es auch viele wahllose Dinge, die mich hin und wieder inspirieren, vor allem Fernsehserien oder Videospiele, in denen ich eine einzige Sache entdecke, zu der sich sofort eine Geschichte in meinem Kopf entwickelt.
Oder aber Erlebnisse im Alltag. In „Castle Rose“ gibt es am Anfang beispielsweise eine Szene auf einem Flohmarkt. Diese habe ich (so ähnlich) schon so häufig erlebt, dass ich sie einbauen musste 😀

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