Rezensionen

Dämonenzyklus | Das Lied der Dunkelheit | Peter V Brett | Reihenfazit

Der Dämonenzyklus Buchreihe

„Das große Horn dröhnte. Arlen hielt in seiner Arbeit inne, hob den Kopf und blickte auf den zart lavendelfarbenen Morgenhimmel. Nebelschwaden hingen noch in der Luft und brachten einen feuchten, beißenden Geruch mit sich, der dem Jungen nur allzu vertraut war. Eine dumpfe Furcht breitete sich in seinen Eingeweiden aus, während er regungslos in der   stand und angespannt wartete, noch voller Hoffnung, er habe sich den Klang des Horns nur eingebildet.“ 

Das Lied der Dunkelheit – Peter V Brett, Heyne Verlag, S.1

Mit der Rezension möchte ich ein großes Fantasy Epos vorstellen, den ich zwar in der Gesamtreihe bewerten möchte, aber nicht spoilern werde. Es geht um das Lied der Dunkelheit, das zuerst 2009 als Trilogie geplant war und am Ende ganze sechs Bänder erhalten hat. Der Autor Peter V. Brett schrieb diese Bücher komplex und mit einer genialen Charaktervariation, dass ich es als einer meiner Lieblingsbücher ansehe. Er studierte englische Literatur und Kunstgeschichte in New York, liebt Rollenspiele und Comics. Das schreiben ist ein großes Hobby von ihm, dem er sich nach zehn Jahre als Lektor komplett widmete.

Die Dämonen Zyklus Buchreihe entspricht damit diese Reihenfolge:

1) Das Lied der Dunkelheit (800 Seiten)

2) Das Flüstern der Nacht (1008 Seiten)

3) Die Flammen der Dämmerung (1056 Seiten)

4) Das Leuchten der Magie (656 Seiten)

5) Die Stimmen des Abrunds (560 Seiten)

Außerdem die Nebengeschichten nun zusammen in einem Band:

Das Feuer der Dämonen beinhaltet der große Basar, Das Erbe des Kuriers, Selias Geheimnis und Brayans Gold

Auf der Rückseite des Bandes Das Lied der Dunkelheit wird beschrieben, dass es ein großartiges Epos ist und Herr der Ringe ähneln wird. Das ist fast schon üblich in der Fantasy Branche. Auch George R. R. Martin wird oft damit verglichen. Doch ich finde jedes Buch und jeder gute Autor überzeugt für sich. Diese Aussage auf ein Buch zu schreiben, setzt die Messlatte oft viel zu hoch. So auch bei Das Lied der Dunkelheit. In der Geschichte ist die Welt schwarz und weiß und bereits im Chaos versunken. Seit hunderten von Jahren erheben sich jede Nacht Dämonen aus dem Boden und jagen, töten und fressen alles was sich ihnen in den Weg stellt. Lediglich altes Wissen über magische Runenzeichen helfen den Menschen, sich in einem Art Schutzbereich zu schützen. Denn töten können sie die Dämonen nicht. Jeder Angriff regeneriert sie sofort wieder und meist ist die Haut der Dämonen gepanzert. Die Schutzsiegel werden dabei anschaulich im Buch aufgemalt und beschrieben.

Jedes Siegel schützt vor einem Dämon. Dabei gibt es die stark gepanzerten Felsdämonen, die 1,80 bis 6,00 m groß werden können, die Flammendämonen mit ihrem feurigen Speichel, die Wasserdämonen, die Baumdämonen, welche sogar noch größer als die Felsdämonen sind und die fliegenden Winddämonen.

Der Hauptprotagonist ist Arlen Strohballen, der mitansehen muss, wie seine Mutter auf dem offenen Feld von Dämonen getötet wird. Keiner der verängstigten Bauern, auch sein Vater nicht, kommen zur Hilfe. Dieser Verlust verändert alles in ihm und er flieht von Zuhause. Sein einziger Antrieb ist die Suche nach den Geheimnissen der Welt, um die Dämonen besiegen zu können. Man wird schon sehr schnell merken, welchen Preis Arlen dafür bezahlen wird, denn in das Lied der Dunkelheit ist die Magie nicht weit erforscht. Alles geht aus einer alten Prophezeiung aus: der Erlöser, der vor vielen Jahren die Menschen im Kampf gegen die Dämonen angeführt hat und mit so genannten Kampfsiegeln die Dämonen vertrieb, muss wiedergeborgen werden. Denn nachdem die Dämonen vor vielen Jahrhunderten besiegt waren, wandten sich die Menschen gegeneinander und vergaßen die Siegel. Doch die Dämonen kamen zurück. Arlen ist damit auf der Suche nach diesen Siegeln. Und vielleicht wird auch der Erlöser dabei wiedergeboren?

Das erste Buch wird meistgehend, auch von mir, positiv bewertet. Man muss sich auf sehr sehr viele Informationen vorbereiten, denn Peter V. Brett holt immer weit aus, um seine Fantasy Welt lebendig werden zu lassen. Die Buchreihe führt uns dann immer tiefer in die Welt der Dämonen. Neue Charaktere kommen hinzu, jeder Charakter entwickelt sich weiter und irgendwann verliert man sich fast wie bei Game of Thrones in all den Namen. Es entstehen Romanzen, Arlen findet Unterstützer, die ersten Schlachten werden geschlagen und auch neue Feinde tauchen auf, als Arlen im ersten Buch die Krasianer besucht. Eine eher muslimisch orientierte Welt, mit komplizierten Namen und sehr großen Familien. Und hierbei gibt es auch ein Kritikpunkt. Einige wenige der Bewertungen und Rezensionen kritisieren die muslimischen Klischees, die den Krasianern zugeschrieben werden. So sollte man sich nicht über Klassensysteme bis Sklaverei, Harems, Polygamie, bei dem der Mann mehrere Frauen besitzt oder feste Rollenverteilungen wundern. Ich finde nicht, dass es zugespitzt war. Es wurde bis zum Extremum ausgereizt und provoziert absichtlich.

„Gegen Dämonen kann man nichts ausrichten, Arlen. Niemand ist ihnen gewachsen. Es ist nichts dabei gewonnen, wenn man sich in Gefahr gibt und getötet wird“. Arlen schüttelte den Kopf. „Die Dämonen sind wie gewaltätige Menschen“, behauptete er. „Sie attackieren uns, weil wir zu ängstlich sind, uns zu wehren. Seit ich Cobie und die anderen Jungs mit dem Stock verprügelt habe, lassen sie mich in Ruhe.“

Das Lied der Dunkelheit – Peter V Brett, Heyne Verlag, S.61

Im Laufe der Bücher werden genau diese diskriminierenden Eigenschaften, die den Krasianern zugeschrieben werden, hinterfragt und aufgebrochen. Frauen bekommen Rechte, werden stark, setzen sich durch. Sklaverei wird bekämpft und die Polygamie als Liebesform akzeptiert, ohne sie zu erzwingen.

Auch ist die Welt ziemlich trist und brutal. Es kommt sogar vor, dass Vergewaltigung und Gewalt in der Familie ein wichtiges Thema sind. Streits und kurze Feindschaften unter Freunden und Familien und all das passt in dieser Fantasy-/Mittelalterwelt. Denn diese Reihe zeigt nun einmal eine Welt, in der Dämonen die Menschen jagen. Eingepferchte, in Angst lebende Menschen handeln irrational. Man sollte also einerseits einen sehr langatmigen Erzählstil, als auch Brutalität in der Dämonensaga erwarten. All das war aber für mich nicht so schlimm, denn der Autor schafft es ein Tempo aufzubauen, wo jede geschilderte Entwicklung klar passt und jeder Erzählstrang prima in die Kapitel hineinpasst. Jeder Charakter ist so gut ausgearbeitet, dass wir mitfühlen, ihre Wut spüren, ihre Trauer mitleiden und mit ihnen reifen, da oft die Moral und Weisheit im Kampf und in der Ordnung der Gesellschaft gefordert wird.

Und damit die Dämonen nicht nur gedankenlose Drohnen bleiben, wird auch hier ein Erzfeind geschaffen, den es zu besiegen gilt. Gerade der Name des Buches die Stimmen des Abgrunds deutet darauf hin, dass die Dämonen tiefgründiger sind, als es scheint.

„Irgendeinen Weg muss es geben“, erwiederte Arlen „Früher haben die Leute doch auch gegen Dämonen gekämpft. In den alten Legenden ist davon die Rede.“

„In den Legenden heißt es, es hätte damals magsiche Siegel gegeben, mit denen man kämpfen konnte“, versetzt Jeph.

Das Lied der Dunkelheit – Peter V Brett, Heyne Verlag, S.62

Nichtdestotrotz habe ich mich jährlich und darüber hinaus auf die neuen Bänder gefreut. Besonders als Die Flammen der Dämmerung in einem riesigen Cliffhanger endete und man vier Jahre lang nichts mehr von Peter V. Brett hörte, weil er das Buch zuende bringen wollte. Ich bin thematisch, inhaltlich und wegen den Charakteren ein großer Fan der Dämonensaga und kann daher nur den Dämonen Zyklus empfehlen.

Wer danach noch nicht genug hat, kann in dem 2019 erschienen Buch Das Feuer Dämonen lesen. Ich kenne die ersten drei Kurzbände nicht, aber Selias Geheimnis. Die Geschichte ändert sich thematisch komplett. Hier geht es darum, die alten Regeln aufzubrechen. Das Geheimnis wird sehr schnell klar und dabei geht es besonders darum, Gesellschaften zu akzeptieren.

Außerdem ist vor kurzem Der Prinz der Wüste erschienen. Es ist der Auftakt einer neuen Reihe, die die Kinder der Hauptcharaktere der ersten Reihe in den Mittelpunkt stellt.

Andrea Fazit

Mir hat die Dämonenreihe sehr gut gefallen. Ich hab sie innerhalb von einigen Monaten hintereinander weggelesen und kann mich Julian nur anschließen. Die Charaktere werden wunderbar und langsam eingeführt. Die Geschichte wird manchmal aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt, obwohl es so dadurch nicht langweilig, sondern eher spannend wird. Ich muss sagen, mich hat keines der Bücher gelangweilt. Eine Reihe die vom Anfang bis Ende unterhält. Außerdem ist das Ende für eine Reihe mit so vielen Büchern einfach perfekt.


Peter V. Brett | Das Lied der Dunkelheit

04. Mai 2009 | 800 Seiten

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Peter V. Brett | Das Flüstern der Nacht

09. August 2010 | 1007 Seiten

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Peter V. Brett | Die Flammen der Dämmerung

11. März 2013 | 1056 Seiten

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Peter V. Brett | Der Thron der Finsternis

08. September 2015 | 1024 Seiten

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Peter V. Brett | Das Leuchten der Magie

11. Dezember 2017 | 656 Seiten

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Peter V. Brett | Die Stimmen des Abgrunds

10. April 2018 | 560 Seiten

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