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Elias und Laia | Die Herrschaft der Masken | Rezension

Elias und Laia von Sabaa Tahir Rezension

Der Fahnenflüchtige wird vor Einbruch der Dämmerung tot sein. Seine Spur verläuft im Staub der Katakomben von Serra im Zickzack wie die eines getroffenen Hirsches. Die Tunnel werden ihn zur Strecke bringen. Die heiße Luft hier unten ist zu schwer, der Gestank von Tod und Verwesung zu nah.

Sabaa Tahir – Elias & Laia (Die Herrschaft der Masken), Elias Perspektive, S.18
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Elias und Laia stehen auf unterschiedlichen Seiten, doch ihr Schicksal ist miteinander verknüpft.

Elias wird in der Militärakademie von Schwarzkliff ausgebildet, um eine Maske zu werden. Jemand, der skrupellos mordet und die ärmere Gesellschaft unterdrückt.

Laia kommt genau aus dieser Gesellschaft und muss für die Rettung ihres Bruders die Willkür der Herrschenden aushalten. Als Sklavin wird sie nach Schwarzkliff verkauft, um dort für den Widerstand zu spionieren und trifft auf Elias. Aus vermeintlichen Feinden, werden Verbündete…

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Elias und Laia war ein Buch, von dem ich gehofft habe, dass es mir gefällt. Wieso „gehofft“ fragt ihr euch? Ich habe es von einer guten Freundin geschenkt bekommen, die total begeistert war und somit ist bei mir die Erwartung dann immer sehr niedrig, damit mir das Buch auch gefällt. Denn es tut mir einfach leid, wenn jemand so begeistert von einem Buch ist und es mir am Ende nicht gefällt.

Aber Elias & Laia war anders. Die Geschichte spielt eher in einer Art Wüstenlandschaft, was ich ziemlich cool fand, weil das einfach mal ein ganz neue Umgebung war. Der Anfang wirft den Leser direkt ins Geschehen. Die Kapitel sind abwechselnd aus Laias und Elias Sicht geschrieben, demnach folgt man erst einmal zwei komplett verschiedenen Geschichten: Laia gehört zu der ärmeren Bevölkerungsschicht, die sich den sogenannten Masken unterordnen muss. Sie wohnt bei ihren Großeltern, weil ihre Eltern einst im Widerstand waren und dort gestorben sind. Doch jetzt holt die Vergangenheit Laia und ihre Großeltern wieder ein, denn ihr Bruder scheint sich dem Widerstand angeschlossen zu haben und sie werden bestraft. Ausgerechnet Laia wendet sich in ihrer Verzweiflung an den Widerstand, weil ihr Bruder im Gefängnis ist und ihre Großeltern Tod sind. Mit ihnen geht sie ein Handel ein: Sie wird als Spionin in die Schule der Masken eingeschleust und soll dort der obersten Kommandantin als Sklavin dienen und dem Widerstand über alles aufklären, was sie vorhat.

Der Maskenmann schlendert durch das Tor; die großen Hände schwingen locker neben seinem Körper. Das fremdartige Metall der Maske haftet an seinem Gesicht wie silberne Farbe von der Stirn bis zum Kinn und legt doch jeden seiner Gesichtszüge frei – von den dünnen Augenbrauen bis hin zu den harten Katen der Wangenknochen.

Sabaa Tahir – Elias & Laia (Die Herrschaft der Masken), Laias Perspektive, S.23

Schnell wird dem Leser hier eigentlich klar, dass Laia eine extrem starke Protagonistin ist. Nicht nur, weil sie sich in ihrer Angst an den Widerstand wendet, der ihre Eltern schon nicht beschützen konnte, sondern sich auch in Gefahr bringt. Die Kommandantin ist von der ersten Minute extrem grausam zu Laia, doch sie hält es aus, weil sie es muss.

Ich mochte Laia sehr gerne, weil sie mutig und sehr stark ist. Sie ist natürlich auch misstrauisch gegenüber jedem, den sie kennenlernt, doch gleichzeitig auch sehr leichtgläubig. Sie glaubt dem Widerstand alles und jedem, der ihr etwas anderes erzählt nicht. Das fand ich ab und an sehr problematisch, denn damit kommt dann doch ein Konflikt am Ende des Buches, der etwas unnötig war, einfach damit das Ende passiert, was eben passiert.

Elias hingegen ist ein Anwärter der Maske und damit ein gefährlicher Krieger. Er steht am Ende seiner Ausbildung, wurde zu einer Art Tötungsmaschine ausgebildet, doch als Leser wird einem sofort klar, dass er desertieren möchte. Er kommt mit den Normen und Werten nicht mehr klar und kann sie nicht vertreten. Er weiß aber auch, dass sobald er desertiert, gejagt werden würde, bis er tot ist. Vor allem als Sohn der Kommandantin und Enkel des Leiters der Schule, würde er die Familie nicht mit Ruhm bekleckern.

Jeder Schüler weiß, was jetzt kommt. Ich öffne und schließe die Fäuste. Ich will das nicht sehen. Wie alle Schüler von Schwarzkliff kam ich mit sechs Jahren an diese schule, und in den vierzehn Jahren seither war ich Zeuge Tausender Strafaktionen. Mein eigener Rücken bildet die Brutalität dieser schule wie eine Landkarte ab.

Sabaa Tahir – Elias & Laia (Die Herrschaft der Masken), Elias Perspektive, S.36

Elias ist dementsprechend ein sehr gespaltener Hauptcharakter. Als er für die Prüfungen zum Anwärter als Imperator ausgewählt wird, wird sein Plan über Bord geworfen und er bleibt dort und will die 4 Prüfungen eigentlich nur überleben, um danach abhauen zu können. Und genau hier lernt er Laia kennen, die zur selben Zeit, wie die erste Prüfung stattfindet, als Sklavin an die Schule kommt.

Elias wird zum Glück nicht als unglaublich krasser Hauptcharakter dargestellt, sondern es wird immer wieder transportiert, dass er zwar ein ausgebildeter Krieger ist, trotzdem ist er gebrochen und möchte dieses Leben nicht mehr Leben. Während von seinen Mitstreitern die Maske mit dem Gesicht verwachsen ist, nimmt er sie nicht an und sie verwächst nicht mit ihm. Schon alleine deshalb wäre sein Desertieren vermutlich früher aufgefallen, weil er deshalb unter Beobachtung stand.

Elias und Laia haben in diesem Buch so gut wie kaum Kontakt. Wie ihr vermutlich gemerkt habt, baut sich die Geschichte hier extrem auf. Es werden Problematiken aufgebaut und erklärt, damit sie auf den Verlauf der weiteren Geschichte logisch in sich gehen. Die beiden lernen sich natürlich kennen und vertrauen sich nach einem bestimmten Punkt auch. Doch sowohl Laia als auch Elias müssen durch ihre Qualen in diesem Buch erdulden, um zu dem Ende zu kommen, in dem uns das erste Buch entlässt.

Header Fazit

Insgesamt war ich positiv von Elias und Laia überrascht. Ich mochte den Aufbau und auch die Geschichte sehr gerne. Es gab für mich kaum Momente, die nicht logisch waren oder nicht für die Geschichtsentwicklung wichtig sind. Definitiv eine klare Empfehlung!

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