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Die Tribute von Panem X | Das Lied von Vogel und Schlange | Suzanne Collins | Rezension

DIe Tribute von Panem X Rezension

Das Mädchen aus Distrikt 12? Was für eine schallende Ohrfeige! Distrikt 12, der kleinster Distrikt, ein absoluter Witz mit seinen unterernährten Kindern, die geschwollenen Gelenke hatten und immer in den ersten fünf Minuten starben, und als ob das nicht schon schlimm genug wäre … auch noch ein Mädchen?

Panem X – Das Lied von Vogel und Schlange – Suzanne Collins, S.34, Oettinger.
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Coriolanus Snow gehört zu den ersten Mentoren für die Tribute und bekommt gleich einen Tribut, auf den er gar keine Lust hat. Die weibliche Tribut aus District 12: Lucy. Doch schnell entpuppt sich Lucy als die Geheimwaffe und diejenige, die mit ihrem Charm die Spiele gewinnen könnte. Doch kann Snow seine Gefühle für sie ausblenden, wenn es um die Hungerspiele geht?

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Das Lied von Vogel und Schlange hatte ich jetzt schon länger auf meinem SuB und mit all den Ankündigungen zum Cast und zum Casting hier in NRW hatte ich große Lust das Buch endlich zu lesen.

Nun was soll ich sagen? Ich hab es abgebrochen, weil es mir absolut nicht gefallen hat. Mir war klar, dass mir Snow nicht sympathisch sein wird und das ist auch gut so. Schließlich will ich keinen Charakter haben, den ich eigentlich hasse und das hätte meiner Meinung nach auch wenig Sinn ergeben. Natürlich ändern sich Charaktere, aber dann hätte man hierfür noch Gründe gebraucht. Aber das war gar nicht das Problem. Eigentlich fand ich Snow als Charakter sehr interessant.

Er kommt aus einem früher reichen, nun armen, Haushalt und muss sich in diesen Hungerspielen beweisen. Er weiß, dass sein gesellschaftlicher Status eigentlich von dem Reichtum seiner Familie abhängt, selbst jetzt nach dem Krieg, bei dem viele Leute noch reicher geworden sind und auch einige aus den Distrikten ins Kapitol gezogen sind, weil sie an Reichtum gewonnen haben. Das bringt Snow in eine Zwickmühle. Zusätzlich zeigen seine Lehrer, dass sie nicht mehr viel von ihm halten, weshalb er auch das Mädchen aus Distrikt 12 zugewiesen bekommt. Für ihn und für alle anderen ist das ein Zeichen davon, dass er nicht mehr respektiert wird.

Die ganze Aufmerksamkeit richtete sich jetzt auf das Mädchen auf der Bühne. Als die Kamera sie heranzoomte, kamen Coriolanus erneut Zweifel an ihrer psychischen Verfassung. Er hatte keine Ahnung, woher das Make-up stammte, denn selbst im Kapitol konnte man Kosmetika erst seit Kurzem wieder bekommen, doch ihre Lider waren blau geschminkt, die Augen schwarz umrandet, die Wangen mit Rouge gepudert und die Lippen rot angemalt.

Panem X – Das Lied von Vogel und Schlange – Suzanne Collins, S.38, Oettinger.

Sein Umgang mit Lucy ist sehr gut, weil er doch scheinbar Mitleid mit den Tributen hat. Als Leser bekommt man hier auch den kompletten Kontrast zu die Tribute von Panem. In den 10. Hungerspielen werden die Tribute unmenschlich behandelt. Sie leben im Zoo, werde von den Leuten begafft und bekommen nichts zu essen. Erst als Coriolanus beginnt sein Tribut menschlich zu behandeln, trifft das auf alle zu.

Soweit hat es mir gut gefallen, aber bis es zu den Hungerspielen kommt, dauert es wirklich lange. Es geht viel um das drumherum, wie die Hungerspiele dort aussehen, wie es zu den Ideen kommt usw. Das hat mich dann irgendwann doch sehr genervt. Lucy ist eine sehr toughe junge Frau, die genau weiß, wie sie auf Coriolanus und die anderen wirkt. Doch das hat mich natürlich auch sehr an Katniss erinnert. Erst ein wenig schüchtern und dann doch das überraschende Juwel.

Mir hat das Buch an dem Punkt nicht mehr gefallen, an dem viele Tribute einfach schon vor den Hungerspielen durch eine Bombe umgekommen sind. Ich hatte das Gefühl das alles, was wir rund um die Hungerspiele und die Rebellen aus Tribute von Panem kennen, in diesem Buch seinen Ursprung finden soll. Das ist sehr unrealistisch meiner Meinung nach, denn eigentlich sollte sich ja vieles zwischen den 10. und den 74. Hungerspielen abspielen. Ich hätte es besser gefunden, wenn man sich hier auf einen Aspekt konzentriert hätte wie zum Beispiel, dass Snow ein Händchen hat für die Ideen, was in den Hungerspielen mit den Tributen gezeigt wird. Denn das wird auch noch thematisiert und fand ich persönlich wieder sehr gut. Denn blutrünstig kennen wir Snow ja.

Der endlose Tanz mit dem Hunder bestimmte sein Leben. Nicht in seinen allerersten Lebensjahren, aber seit dem Krieg war jeder Tag ein Kampf, ein Abwägen, ein Spiel. Wie konntre man den Hunger am besten abwehren? Alles bei einer Mahlzeit essen? In kleinen Häppchen über den Tag verteilen? Es hinunterschlingen oder jeden Bissen zu Brei zerkaufen? Alles nur Gedankenspiele, mit denen er sich davon ablenkte, dass es nie genug war. Niemand gab ihm je genug.

Panem X – Das Lied von Vogel und Schlange – Suzanne Collins, S.44, Oettinger.

Abgebrochen habe ich dann an der Stelle, an der es nach den Bomben immer noch nicht in Richtung Hungerspiele geht. Auch bei Tribute von Panem geht es natürlich nicht direkt in die Action, doch war dort die Geschichte so gut und spannend aufgebaut, dass es gar nicht wichtig war. Das war hier nicht der Fall. Ich habe mich schließlich noch informiert, wohin das Buch geht und war maßlos enttäuscht. Das Buch heißt „Panem X – Das Lied von Vogel und Schlange“ und soll von den 10. Hungerspielen handeln. Letztendlich werden aber Tribute vorab getötet, es kommt zu den Spielen und dann wird Snow in die Distrike als Friedenswächter geschickt und seine Geschichte geht dort weiter und endet erst, als er für sich feststellt, dass er im Kapitol lieber für die Hungerspiele arbeitet.

Das hat mich letztendlich sehr enttäuscht, weil ich mit einer ganz anderen Erwartung an das Buch rangegangen bin. Ich dachte, es wird ähnlich wie die Tribute von Panem mit dem Fokus auf die Hungerspiele und ihre Durchführung. Schließlich waren die 10. Hungerspiele immer noch relativ neu und man hätte hier sehr viele coole, andere Aspekte einfließen lassen können, die dann vielleicht wegen Brutalität oder soetwas aus den anderen Spielen gestrichen wurden. Stattdessen kriegen wir eine Reise vom zukünftigen Präsidenten Snow, die jetzt nicht überraschend ist.

Header Fazit

Die Tributre von Panem X – Das Lied von Vogel und Schlange ist ein Buch, das mir leider absolut nicht gefallen hat. Die Story hat mir nicht gefallen und irgendwie habe ich etwas völlig anderes vorgestellt.


Suzanne Collins | Broken Things

19. Mai 2020 | 608 Seiten

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Leseprobe | Die Tribute von Panem X – Das Lied von Vogel und Schlange

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