Rezensionen

Der Justyce | Rezension

Dear Justyce von Nic Stone
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Dear Justyce handelt von Quan, der im Gefängnis sitzt und nicht weiß, ob er jemals rauskommen wird. Er schreibt einem seiner einzigen noch verbliebenden Freunden Justyce Briefe, in der Hoffnung, dass er bei ihm Trost spendet.

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Ich habe Dear Martin sehr geliebt und mich umso mehr gefreut, als ich mitbekommen habe, dass Nic Stone noch einen weiteren Band aus dieser Reihe herausbringt. Nun geht es aber nicht um Justyce sondern um Quan. Der sitzt nämlich im Gefängnis und soll demnächst verurteilt werden für etwas, was er nicht getan hat. Doch darüber beschwert er sich gar nicht, sondern er erzählt in seinen Briefen und den Rückblenden von seinem Leben – von der Verhaftung seines Vaters, über seine ersten Delikte bis hin zu seiner Verhaftung.

Quan war mir von vornherein sehr sympathisch. Er hat eine schwere Kindheit und versucht irgendwie gemeinsam mit seiner Familie über die Runden zu kommen. Der Leser folgt Quan durch seine Kindheit bis hin zu seiner Jugend und seiner Zeit im Gefängnis. Er möchte eigentlich nichts mehr, als eine stabile und intakte Familie, die er nicht hat. Quan versucht gut in der Schule zu sein, doch seine Lehrer sind voreingenommen durch seine Hautfarbe und bringen ihm so immer wieder nur enttäuschende Noten oder Anschuldigungen, die nicht stimmen. Seine Mutter hat kaum noch Zeit, sich um ihn zu kümmern und sein Stiefvater schlägt seine Mutter.

In seinen Briefen und Flashbacks liest man viel über seine verletzliche Seite, die mir jedes Mal mein Herz zerrissen hat. Justyce träumt von einer Zukunft und einer Familie, die er aber offenbar durch sein Gefängnis nicht bekommt. Ich behaupte aber, dass es bei Dear Justyce nicht nur um Quan und dem Schlaglicht auf sein Schicksal geht, sondern vor allem um das System, was hier an den Pranger gestellt wird. Im Grunde spielt das System bei Own Voice Autor/innen wie Nic Stone immer eine große Rolle. Doch diesmal wird explizit erzählt, was mit Quan alles (nicht) passiert. Insgesamt ist er über mehrere Jahre in Untersuchungshaft für ein Verbrechen, das er niemals begangen hat – und keinen Interessiert es, ob sie den richtigen haben. Ich bin so wütend gewesen, weil einfach von der ersten Seite klar war, dass das alles nicht stimmen kann.

Erst gemeinsam mit seinem Schullehrer und  einigen Freiwilligen wird Justyce Fall richtig aufgerollt, sodass er eine kleine Chance hat, wieder aus dem Gefängnis heraus zu kommen.

Mir hat es gut gefallen, dass Dear Justyce kein Abklatsch von Dear Martin ist. Ihr müsst auch Dear Martin nicht gelesen haben, um dieses Buch zu lesen. Der Mix aus Brief und normale Erzählung ist natürlich ähnlich wie im vorherigen Buch, aber das ist nun mal das Konzept dieser Buchreihe.

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Definitiv ein Must-read!


Nic Stone | Dear Justyce

29. September 2020 | 288 Seiten


(1) Dear Martin

(2) Dear Justyce

(2) Kommentare

  1. sagt:

    Liebe Andrea,

    danke für die Vorstellung. Das Buch sagte mir noch gar nix. Dear Martin ist hier schon ziemlich bekannt geworden.
    Der Inhalt ist heftig, toternst und vielsagend, so wie du ihn beschreibst. Das Ende ist hoffentlich als Lichtblick gemeint.

    Liebe Grüße
    Tina

    1. Drea sagt:

      Liebe Tina,

      das Ende ist definitiv ein Lichtblick 😉 Zum Glück!

      Liebe Grüße

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