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Der dunkle Schwarm | Rezension

Der dunkle Schwarm von Marie Graßhoff
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2100: Die Menschen können ihr Bewusstsein mithilfe eines Implants im Kopf zu sogenannten „Hive Minds“ verbinden und darin miteinander unterhalten. Atlas profitiert davon doppelt: Sie arbeitet nicht nur für den größten Hive-Entwickler, sondern stiehlt nachts auch heimlich die Erinnerungen der Hive-Mitglieder und verkauft sie. Bis Noah Levy in ihr Leben tritt und ihr einen Auftrag erteilt, der ihre gesamte Welt auf den Kopf stellt. Sie wird in Machtkämpfe verwickelt, in die sie eigentlich nie reingeraten wollte, da sie eigentlich nur mit Noah den Mord an seiner Schwester aufklären wollte.

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Marie Graßhoff habe ich erst in diesem Jahr für mich entdeckt. Mit ihrer Sci-Fi/Cyberpunk Neon-Birds Reihe hat sie sich in mein Herz geschrieben, also musste ich schließlich auch jetzt herausfinden, ob mich nur die Reihe interessiert, oder ob ich sie grundsätzlich als Autorin cool finde. Und was soll ich sagen? Ich liebe ihren Schreibstil, ihre Ideen und wie sie ihre Handlungen aufbaut.

Der dunkle Schwarm ist eine Hörbuch Staffel mit 10 Folgen und somit abgeschlossen. Wenn ihr euch entscheidet die Staffel zu kaufen, bekommt ihr auch alle 10 Folgen. Jedoch ist das Hörbuch exklusiv bei Audible erhältlich, was bedeutet, dass man dabei Amazon unterstützt. Jede Folge geht knapp 1 Stunde und hat in sich einen kleineren Handlungsbogen, der sich letztendlich immer in den übergeordneten Spannungsbogen der gesamten Staffel eingliedert.

Der Weltenaufbau geht rasant und ist wirklich gut gemacht. Man wird in eine doch sehr düstere und dystopische Welt hineingeworfen. Die Menschen leben in einer Welt, in der sie ein Implantat im Kopf haben, mit dem sie eigentlich alles machen können. Vor allem aber vernetzen sich die Menschen darüber in sogenannten Hives, um über ihre Leidenschaften zu sprechen. Nur unsere Protagonistin Atlas ist da etwas anders, denn sie kann sich durch ihr Implantat in die anderer hacken und sieht nicht nur deren Erinnerungen, sondern auch die vieler Menschen, mit denen die gehackten Personen Kontakt hatte. Und so kommt sie zu ihrem eigentlichen Job: Erinnerungen anderer Menschen an große Firmenbosse oder kleine Personen zu verkaufen. Doch dann taucht eines Tages Noah auf und beauftragt Atlas den Mord an seiner Schwester aufzuklären. Wieso sie? Ganz einfach: er erhofft sich, dass sie durch die Implantate und ihrer Fähigkeit, die im Untergrund natürlich bekannt ist und auf die die Polizei keinen Zugriff hat, den Mord schnellstmöglich aufzuklären und seine Verdächtigenliste kleiner zu machen.

Atlas mag ich sehr gerne als Protagonistin. Sie ist egoistisch, abgebrüht und ihr fehlt einiges an Empathie gegenüber den Menschen, was vermutlich an ihrer Vergangenheit liegt. Dennoch macht sie alles für ihren Auftrag und steht auch schon öfter davor, Noah einfach sein Geld zurück zu geben, weil sie schnell dahinterkommt, dass das zu groß für sie ist. Nur merkt sie auch, dass Noah alleine forschen würde, weshalb sie sich letztendlich für ihn verantwortlich fühlt.

Noah hingegen ist eher ängstlich und unsicher in der Gegenwart von Atlas. Ich hatte zwischendurch das Gefühl, dass sie ihn etwas einschüchtert, aber das war auch mal sehr erfrischend. Noah kommt aus einer reichen Familie und hatte bisher nie Kontakt mit dem Gesetz oder mit Menschen, die gegen dieses verstoßen. Deshalb hat mir sein Wandel auch sehr gut gefallen, dass er gemeinsam mit Atlas auf die Kacke gehauen hat, weil es schließlich um den Mord seiner Schwester ging.

Ich mochte auch die Beziehung zwischen Atlas und Noah, die dafür verantwortlich ist, dass sich beide soweit ändern können, dass sie gemeinsam arbeiten können. Zwischen den beiden entwickelt sich auch eine Art Liebesgeschichte, aber die steht niemals im Vordergrund, was ich gut und erfrischend fand. Diese entwickelt sich unterschwellig und zeigt sich dem Zuhörer eigentlich nur in ein paar Szenen und Gesten, die aber oft beiläufig einfließen.

Der Krimi in einer Cyberpunk Welt fand ich wirklich grandios. Er war gut aufgebaut, hat immer wieder auf falsche Fährten gelockt und letztendlich saß man doch da und wusste nicht, wer es sein könnte. Als man es dann jedoch herausgefunden hat, war das auch sehr überraschend.

Header Fazit

Ich mochte den dunkeln Schwarm sehr. Diese Welt ist wunderbar, genauso wie die Charaktere. Die Handlung geht schnell voran und stockt an keiner Stelle.

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