Rezensionen

Das wandelnde Schloss [Buch]

Das wandelnde Schloss von Dianna Wynne Jones

Die Howl-Saga Band 1

Vielen Dank an Droemer Knaur für das Rezensionsexemplar

Aber das Schloss trieb sich weiterhin in den Hügeln herum, und schließlich kam heraus, dass es nicht der Hexe gehörte, sondern dem Zauberer Howl.

Dianna Wynne Jones – das wandelnde Schloss, S.11, Droemer Knaur.
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Sophie ist die älteste von drei Schwestern und in Ingari, ihrem Land, ist jedem klar, dass die älteste Schwester nur unglücklich sein kann, wenn sie das Haus verlässt und ihr Glück sucht. Und das passiert auch Sophie: Sie wird von der Hexe der Wüste verflucht und stolpert in ein Abenteuer, als sie das wandelnde Schloss vom Zauberer Howl betritt.

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Schon lange wollte ich das wandelnde Schloss lesen. Vor so vielen Jahren habe ich den Anime im Kino gesehen und mich in die Geschichte verliebt, aber leider gab es zu dem Zeitpunkt das Buch kaum noch irgendwo auf Deutsch. Auf Englisch wollte ich es ungern lesen – ihr wisst, ich bin nicht so der Fan von englischen Büchern. Naja, so hielt ich auf Flohmärkten und Ebay immer die Augen auf, aber nie wurde es verkauft. NIEMALS. Oder ich war zu spät. Ihr könnt euch also vorstellen, wie sehr ich mich gefreut habe, als Droemer Knaur dieses Buch in ihrer Vorschau hatte. Ganz unten findet ihr dann auch eine Leseprobe zu das wandelnde Schloss!

‚Ich mache mir diese Mühe immer, wenn jemand versucht, der Hexe der Wüste in die Quere zu kommen‘, sagte die Dame. ‚Ich habe von Ihnen gehört, Miss Hatter, und mir gefällt weder die Konkurrenz noch ihre Einstellung. Ich bin gekommen, um der Sache ein Ende zu machen. So.‘

Dianna Wynne Jones – das wandelnde Schloss, S.32, Droemer Knaur.

Der Schreibstil fühlt sich sehr märchenhaft an, was mich aber überhaupt nicht gestört hat. Im Grunde ist es eine Art Märchenerzählung und das merkt man auch im Schreibstil und am Cover. Ich weiß leider nicht, wie das alte Cover aussah, aber das neue ist einfach wunderschön und schreit förmlich danach, gelesen zu werden. Ich kam schnell rein und hab mich in die Figuren verliebt. Sophie ist die älteste der drei Schwestern. Durch einen Aberglauben in Ingari, der besagt, dass die größte Schwester niemals ihr Glück finden wird, glaubt Sophie auch daran. Ihre Schwestern werden in interessante Lehren geschickt und sie muss ohne Zukunftsaussichte im Hutladen bleiben und ihrer Stiefmutter beim Verkauf, Herstellen und Besticken helfen. Ihre Stiefmutter ist echt nett und hilfsbereit zu Sophie. Doch es ist nicht das, was Sophie gerne für ihr Leben lang machen möchte. Doch sie findet sich mit der Situation ab, weil sie weiß, dass sie sowieso niemals ihr Glück finden wird. Deshalb beginnt sie mit ihren Hüten zu reden, während sie die Arrangements auf diesen anordnet. Eines Tages kommt die böse Hexe der Wüste in den Laden und verflucht Sophie, weil sie ihr in die Quere kommt. Sophie versteht nicht, warum und wie sie der alten Hexe in die Quere gekommen sein soll, flüchtet aber von zu Hause und landet im fliegenden Schloss von Howl. Dem Zauberer, von dem gesagt wird, dass er Mädchenherzen frisst. Sophie sagt sich, weil sie ja kein Mädchen mehr ist, sondern eine alte Dame, wird ihr schon nichts passieren. Das einzige, was sie an ihren ersten Tagen in dem kleinen Haus – denn das Schloss wirkt nur von außen riesig – herausfindet, ist, dass Howl einfach nur mürrisch ist.

Sophie ist eine sehr sympathische Figur, die sich relativ schnell mit ihrem Schicksal abgefunden hat. Sie macht einen Deal mit dem niedlichen Feuerdämon Calcifer, der in Howls Kamin lebt. Er und Howl haben ebenfalls einen Deal, aus dem Sophie beide befreien soll – ohne dass Howl es bemerkt. Denn Calcifer scheint der einzige zu sein, der den Zauber rund um Sophie sieht. Sie wirft den Haushalt im Schloss, räumt um und auf. Sie möchte bei Howl bleiben, weil sie gar nicht genau weiß, wo sie hinmöchte und eigentlich will sie ja doch wieder jung werden. Im Laufe der Zeit merkt sie aber, dass sie es gar nicht so schlimm fände, wenn sie alt bleibt. Trotzdem versucht sie alles, um Calcifer zu befreien.

Sophie schleppte sich zum Spiegel un stellte fest, dass sie humpelte. Ihr Gesicht im Spiegel blieb ruhig, denn sie sah das, was sie zu sehen erwartet hatte. Sie sah das Gesicht einer hageren alten Frau, verwittert und bräunlich, umrahmt von dünnen weißen Haaren. Ihre eigenen AUgen, gelblich und wässrig, starrten sie an und wirkten sehr traurig.

Dianna Wynne Jones – das wandelnde Schloss, S.33, Droemer Knaur.

Howl ist zu Beginn eigentlich gar kein Fan davon, noch eine Person aufzunehmen. Doch sein Lehrling Michael und Calcifer mögen Sophie und so duldet er sie auch. Michael lehrt er tatsächliche Zauberei. Er schmeißt auch Howls Laden, den sie eigentlich vom Wohnzimmer ausführen. Denn das Schloss ist ein magisches Schloss. Von Innen ist es eigentlich nur so groß wie ein kleines Haus, von außen sieht es aber aus wie ein Schloss. Es steht ursprünglich in einer Stadt, in der auch Calcifers Macht liegt. Denn Calcifer ist derjenige, der das Schloss steuert. Doch wegen des Fluchs der Hexe hat das Schloss insgesamt 3 Ausgänge. In jeder Stadt ist Howl bekannt als Zauberer und hilft den Menschen vor Ort mit kleinen Zaubersprüchen oder Pulvern. Entweder um keinen Sturm auf dem Meer für die Fischer zu bekommen oder ganz banal einem Liebeszauber.

Howl hat den Fluch von der Hexe der Wüste aufgebürdet bekommen, nachdem er sie einst verärgert hat. Der Fluch funktioniert scheinbar so, dass er auf der Suche nach Howl ist und sich insgesamt 3 Prophezeiungen erfüllen müssen, damit er ihn findet und verflucht. Diesen Prophezeiungen versucht Howl aus dem Weg zu gehen, doch mit Sophie im Schloss wird das alles nur noch schwieriger.

‚Ich bin durch einen Vertrag an diesen Kamin gefesselt. Ich kann diesen Ort nicht verlassen.‘ Dann wurde seine Stimme lebthafter und knisternder. ‚Und was bist du?‘ fragte er. ‚Ich sehe doch, dass auf dir ein Zauber lastet.‘

Dianna Wynne Jones – das wandelnde Schloss, S.47, Droemer Knaur.

Man bemerkt als Leser schnell, dass Howl Sophie schätzt. Kleinere Gesten oder Sprüche, die noch am Anfang eher zweifelnd sind, werden Laufe der Zeit liebevoller. Auch Sophie bemerkt, dass ihr eigentliches Mädchenherz sich ein wenig in den jungen und mürrischen Howl verliebt. Auch wenn das mit keinem Wort von der Autorin erwähnt wird, ist doch vor allem in den Reaktionen zu Howl, wenn er sich wieder in den Städten mit den verschiedensten Frauen vergnügen möchte. Denn sein Hobby ist es, die jungen Frauen der drei verschiedenen Städte zu bezirzen, bis sie sich in ihn verlieben…und dann lässt er sie fallen. Das missfällt Sophie in jeder Hinsicht.

Wie die Geschichte ausgeht, werde ich in diesem Fall nicht spoilern, denn dafür ist dieses kurze Buch einfach zu wundervoll. Der Erzählstil ist schnell, nicht zu schnell. Es passiert viel, was auf das Ende hindeutet, aber dabei ist das Buch auch so wunderbar und schön, dass man es eigentlich nicht aus der Hand legen möchte. Die Charaktere sind alle so einzigartig und harmonieren perfekt. Die Schwestern, Calcifer, Sophie, Howl und auch sein Lehrling Michael sind einfach großartige Figuren. Selbst das Ende fügt sich perfekt in die Erzählsituation und den Stil ein.

Header Fazit

Das wandelnde Schloss kommt mit dem Buch definitiv an den Film ran. Die Geschichte wird in einem guten und schnellen Tempo erzählt, die Figuren sind alle durchweg sympathisch und am Ende hat man das Gefühl aus einer wirklich tollen Märchenerzählung aufzuwachen.

Diana Wynne Jones | Howl’s Moving Castle

1986 | 297 Seiten

(2) Kommentare

  1. sagt:

    Liebe Andrea,

    märchenhaft, aber erwachsener als gedacht, oder? Ich habe den Film nur noch vage in Erinnerung, bin aber auch verzückt über die Neuauflage des Buches bei Knaur.
    Klingt nach einem Schmankerl 🙂

    Liebe Grüße
    Tina

    1. Drea sagt:

      Hallo Tina,

      ja das ist wirklich so 🙂 Fand das Buch einfach nur toll <3

      Liebe Grüße

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