Rezensionen

Das Lied der Krähen

Leigh Bardugo das Lied der Krähen

Das Lied der Krähen – Six of Crows Buchreihe von Leigh Bardugo

Kaz ist ein gerissener Dieb und hat sich innerhalb seiner Bande hochgearbeitet. Er ist in Ketterdam berühmt und berüchtigt. Deshalb bekommt auch er einen Auftrag, der zunächst unmöglich scheint: Er soll ins Eistribunal einbrechen und dort jemanden befreien. Das Problem an der Sache: Das Eistribunal ist das bestgesicherste Gefängnis weit und breit. Deshalb rekrutiert er weitere fünf höchst unterschiedliche Menschen, damit sie gemeinsam dort einbrechen können und sich eine goldene Nase verdienen.

Doch ist es wirklich so unmöglich?

Das Lied der Krähen ist wieder ein Paradebeispiel dafür, dass ich an ein Buch heran gegangen bin mit sehr hohen Erwartungen, die schlussendlich nicht erfüllt wurden. Aber fangen wir mal vorne an:

Ich habe das Buch gehört, weil ich es mir irgendwie nie gekauft hatte und als Netflix angekündigt hat, sich mit dem Stoff der Geschichte zu beschäftigen, wollte ich dann doch schon vorher wissen, worum es denn jetzt geht.

Nun das Hörbuch ist unglaublich gut gesprochen und machte auch Spaß zu hören, doch die Geschichte hat mich schnell ernüchtert, da es ja doch nur um diesen einen Auftrag ging. Irgendwie war das klar und hatte mich dann im Nachhinein nicht mehr so gewundert, aber als der Punkt kam, an dem das Buch gekippt ist, war mir der Punkt zu vorhersehbar. Viele weitere Wendungen waren wiederum sehr überraschend!

Die Charaktere sind spannend und alle eigentlich auch einzigartig. Jeder hat seine eigenen Motive, die er auch während des Raubzuges verfolgt. Immer mal wieder geraten die Charaktere auch aneinander, führen sich gegenseitig an der Nase herum, doch am Ende halten sich doch irgendwie wieder zusammen. Denn sie sind ja gemeinsam in diesem unmöglichen Projekt. Und ein Motiv haben sie schließlich alle gemeinsam: Geld.

Mir hat das Buch, obwohl ich große Erwartungen hatte und diese nicht komplett getroffen worden, doch gut gefallen. Der Einstieg fiel mir echt schwer, weshalb mich dann das ganze Buch auch ein wenig gedämpft hatte. Denn als Erstleser dieser Dilogie bekommt man so viele Namen und Ereignisse, die ich gar nicht so richtig zuordnen konnte.

Wer war jetzt wichtig?

Was war jetzt wichtig?

Später, als ich die ersten Kapitel hinter mir gelassen hatte, wurde es schnell klar und dann konnte ich mich auch gut auf die Charaktere einlassen. Bis zum Ende habe ich zwar immer noch zwei Charaktere verwechselt, aber das passiert nun mal. Ansonsten muss ich aber sagen, war das Buch gut.

Die meisten Wendungen waren überraschend, die Figuren entwickeln sich und ihre Motive sind zum Teil nachvollziehbar. Schön fand ich auch das Szenario, sowohl von Ketterdam als auch vom Eistribunal. Mit wenig Worten, konnte ich mir schnell vorstellen, wie beides genau aussieht, wobei ich mir Ketterdam tatsächlich wie Amsterdam vorgestellt habe, weil es einfach so perfekt gepasst hat.

Ein tolles Buch, dessen Charaktere und Ereignisse doch am Anfang nicht ganz überschaubar sind, zum Ende hin jedoch spannend und überraschend ist.

Leigh Bardugo | Six of Crows

2. Oktober 2017 | 592 Seiten

Die Reihenfolge der Six of Crows Reihe

(1) Das Lied der Krähen

(2) Das Gold der Krähen

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