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Das Lied der Dunkelheit | Rezension

Das Lied der Dunkelheit Rezension

Sie brauchte den Satz nicht zu beenden. Selbst wenn jemand einen Dämonenangriff im Wesentlichen unbeschadet überlebte, so war er noch lange nicht über den Berg. Diese Opfer siechten dahin, auch wenn man sich noch so sehr um sie bemühte. Nicht alle, ja, nicht einmal die meisten starben, aber es kam immer wieder vor. Einige brachten sich um, andere hockten oder lagen völlig unbeteiligt da und starrten ins Leere; sie verweigerte so lange jede Nahrung und jedes Getränk, bis sie still und leise in den Tod hinüberdämmerten.

Das Lied der Dunkelheit, S.15, Peter V Brett, Heyne Verlag.
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In einer Welt, in der Dämonen jede Nacht die Menschen bedrohen, wächst Arlen auf. Er ist mit seinem Leben eigentlich zufrieden, bis seine Mutter vor seinen Augen durch die Dämonen stirbt. Er flieht von zu Hause, um sich näher mit den Dämonen zu befassen. Arlen findet auf seiner Reise viel mehr, als nur ein paar Siegel.

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Das Lied der Dunkelheit ist der Auftakt eines Fantasyepos. Ich kenne jetzt schon viele Leute, die sehr begeistert von dem Buch waren und es wurde mir auch mehrmals empfohlen. Wie ihr wisst, bin ich mit empfohlenen Büchern immer sehr vorsichtig. Zwar haben mich einige schon echt überzeugt, ein paar aber leider auch extrem enttäuscht.
Nun das Lied der Dunkelheit wiederum hat mich begeistert. Es gibt ein paar Begriffe, die essentiell sind, um diese Rezension zu verstehen. Zum einen gibt es in dieser Geschichte Dämonen, die die Menschen töten können. Keiner weiß, woher die Dämonen kommen, doch man kann sie bannen. Das Problem: Es gibt niemanden mehr, der weiß, wie das geht. Außerdem gibt es ein paar Zeichen, ungefähr Hieroglyphen, die Dämonen von Häusern & Personen weglocken und eine Art Bannkreis um die Häuser ziehen. Doch manchmal können diese von Dämonen auch aufgebrochen werden, wenn sie zB nicht ordentlich gezeichnet wurden, nicht nachgezeichnet sind und dadurch verblassen. Zusätzlich gibt es noch eine Berufsgruppe der Kuriere, der die Menschen von Dorf zu Dorf mit Essen, Briefen und Neuigkeiten versorgt. Das ist einer der gefährlichsten Jobs in dieser Welt, denn sie müssen auf offener Straße schlafen und haben nur einen mobilen Bannkreis.


Es gibt insgesamt 3 Perspektiven, die nach und nach eingeführt werden. Die erste Perspektive ist auch diejenige, die am meisten fokussiert wird und gehört zu Arlen. Er wächst sehr behütet in einer tollen Dorfgemeinschaft auf. Als seine Mutter stirbt und er seinen Vater für ihren Tod verantwortlich macht, flüchtet er und schließt sich einem Kurier an. Dieser nimmt Arlen auf, um ihn als Kurier auszubilden. Arlens Geschichte wird relativ schnell erzählt und es gibt mehrere Zeitsprünge, die die Geschichte auflockert und nicht zu langwierig wird. Am Anfang ist Arlen sehr von sich und seinem Können überzeugt, schafft es sogar schneller als erwartet seine Ausbildung zum Bannzeichner abzuschließen. Als Kurier lässt er sich gar nicht mehr ausbilden, denn er reist schnell ab und arbeitet fortan als Kurier. Dort ist er sehr naiv und sucht in den alten Ruinen nach den Zeichen, die die Dämonen für immer bekämpfen kann. Durch seine Naivität wird er hintergangen und ausgeraubt. Dies hinterlässt Spuren. Als Leser wird man eine Zeit lang aus Arlens Perspektive ausgeschlossen und lernt ihn plötzlich wieder als mürrischen Einsiedler kennen. Woher sein Wandel kommt, wird dem Leser dennoch klar. Er war sehr naiv, wäre fast gestorben und hat sich aus dieser Situation soweit gewandelt, dass er sein Leben als Kurier hinter sich lässt. Arlen ist dadurch eine sehr spannende Persönlichkeit, auf die ich auch im kommenden Buch noch sehr gespannt bin.

Mit großen Augen starrte Arlen ihn an.

Ragen erwiderte seinen Blick und wurde plötzlich ernst. „Die Arbeit eines Kuriers ist gefährlich, mein Junge.“, erklärte er abschließend.

Eine geraume Zeit lang konnte Arlen den Blick nicht abwenden. „Ich finde, das Risiko lohnt sich, wenn man dafür die Freien Städte besuchen kann“, erwiderte er nach einer Weile.

Das Lied der Dunkelheit, S.30, Peter V Brett, Heyne Verlag.


Leesha ist die zweite Perspektive. Sie hat ein wunderbares Verhältnis zu ihrem Vater und ein sehr schlechtes zu ihrer Mutter. Eigentlich ist ihr Leben vorherbestimmt und von ihrer Mutter geplant. Leider wird sie durch ihre große Liebe vor dem gesamten Dorf gedemütigt, sodass sie sich entscheidet nicht zu heiraten und Heilerin zu werden. Ich fand ihre Charakterentwicklung am stärksten. Sie macht bei verschiedenen Heilerinnen ihre Ausbildung, bis sie sich in einem Dorf in einer Art Krankenhaus verpflichtet und dort eine Weile bleibt. Sie ist eine sehr starke Frau, doch macht sie ihren Wert an ihrer Jungfräulichkeit fest, was sich im Laufe der Zeit auch ändert. Dadurch kommt sie in eine sehr starke Krise, aus der sie gestärkt wieder herauskommt. Als sie Rojer kennenlernt und mit ihm in ihr altes Dorf reist, wird diese Krise so langsam aufgelöst.


Rojer ist ein Jongleur, der in seinem Leben viel durchmachen musste um zu der Person zu werden, die Leesha kennenlernt. Der Leser lernt Rojer von seiner Ausbildung an kennen und bemerkt hier auch eine gewisse Charakterentwicklung, die aber nicht so stark ist wie Arlens oder Leeshas. Zwischen ihm und Leesha entwickelt sich eine Art Beziehung, die aber sehr fragil erscheint. Denn sobald sie Arlen begegnen, ist er sehr von ihm beeindruckt und wird plötzlich wie ein Fähnchen im Wind. Alles, was Arlen tut, findet Rojer toll und möchte ihm nacheifern. Dadurch begibt er sich aber öfter in Gefahr.


Insgesamt mochte ich das Lied der Dunkelheit. Die Erzählung ging schnell voran, die Charakterentwicklungen ebenfalls sehr schnell und das Ende kam fix. Der Erzählstil war richtig gut, der Stil leicht und locker, sodass ich von der ersten Seite an gefesselt war. Das Ende war ein richtig fieser Cliffhanger, bei dem ich es eigentlich gar nicht erwarten kann, das nächste Buch zu lesen!

Header Fazit


Das Lied der Dunkelheit war ein spannender Auftakt für ein Fantasy Epos, bei dem ich hoffe, dass die weiteren Bücher genauso spannend bleiben.

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