Rezensionen

Dark Rise | C.S. Pacat | Rezension

Noch vor Sonnenaufgang konnte Will einen ersten flüchtigen Blick auf London werfen. Der Wald aus Masten auf dem Fluss erhob sich als pechschwarze Silouhette vor dem Himmel, der kaum heller war. Dazu gesellten sich Hebekräne, Gerüste und jede Menge aufragender Schornsteine und Ofenrohre.

C.S. Pacat – Dark Rise 1, S.11, LYX.
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Die Welt hat seit langem die Magie vergessen. Es gibt nur noch den Orden der Stewards, die das Licht bewahren und die Rückkehr des dunklen Königs verhindern wollen. Als Will von ihnen aufgenommen wird, steht seine Welt plötzlich Kopf. Denn er soll der Auserwählte sein, der gegen den dunklen König kämpfen soll, wenn dieser wieder aufersteht. Will spürt, das mehr dahinter steckt, als er jetzt glaubt. Vor allem, als er auf James trifft, den General des dunklen Königs, zu dem er eine starke Anziehung spürt.

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Dark Rise war eine Achterbahn der Gefühle, das muss ich vorab schon einmal loswerden.

In Dark Rise folgt man einigen Personen, die jeder für sich die Geschichte voran bringen. Das war für mich am Anfang nicht ganz leicht, weil man als Leser die Personen natürlich auseinander halten muss und sie gefühlt zunächst alle ein ähnliches Schicksal haben. Doch sobald die Geschichte richtig Fahrt aufnimmt (was schon in den ersten 50 Seiten passiert), ist es etwas einfacher geworden.

Es gibt Will, der ist der Protagonist und damit nimmt er auch den meisten Teil der Erzählung ein. Seine Geschichte beginnt schon sehr früh, denn als wir Leser ihn kennenlernen, ist er auf der Flucht. Er schlägt sich als Hafenjunge durch, doch als er eines Tages von einem Händler namens Simon gefangen genommen wird, ist ihm klar, dass seine Rolle größer ist. Simon denkt, dass Will die Widergeburt des bösen Königs ist. Derjenige, der einst Angst und Schrecken über das Land gebracht hat und der laut einer Prophezeiung wieder auferstehen soll. Doch die Stewards, Kämpfer für das gute und angehörige eines (mehr oder weniger) geheimen Ordens, sehen in Will den Nachfahren der Dame. Einer Frau, die den dunklen König damals in seine Schrank verwiesen hat.

Will starrte es an und wagte kaum zu atmen. Die undeutlichen Formen auf dem MEtall setzten sich vor seinen Augen neu zusammen zu Säuklen und weitläufigen Räumen…Das war unmöglich, und doch passierte es. Das Spiegelbild veränderte sich, als wäre der Raum vor dem Spiegel ein Ort aus einer längst vergangenen Zeit. Und hier war niemand, der ihm verbot, vorzutreten und durch die Jahre zurückzuschauen.

C.S. Pacat – Dark Rise 1, S.17, LYX.

Dementsprechend ist Will zwiegespalten. Zu Simon hat er einen Draht, das spürt er, denn er fühlt sich irgendwie von ihm angezogen, gleichzeitig fühlt er sich bei den Stewards auch nicht ganz wohl. Während er seine Kräfte erforscht, wird er immer frustrierter, weil die Kräfte der Dame einfach nicht erwachen wollen. Und gleichzeitig hat Will Angst, dass Simons Männer doch das Versteck der Stewards finden, sie umbringen um an ihn heran zu kommen.

Will hat mir als Charakter sehr gut gefallen. Auch wenn er eine sehr tragische Geschichte hat, die sich auch durch Dark Rise zieht, ist er niemand, der sich lange davon aufhalten lässt. Ab und an wirkt er dadurch vielleicht etwas gefühlskalt, doch mit seiner Vergangenheit und all den Toden, die er bereits erlebt und gesehen hat, ist das eigentlich kein Wunder, dass er viele Probleme nicht mehr an sich heran lässt.

Violet ist die nächste Protagonistin, die schon direkt am Anfang eingeführt wird. Ihr Schicksal wird mit dem von Will verknüpft und das nicht nur dadurch, dass sie Will aus Simons Gefangenschaft befreit, sondern weil sie ab dem Punkt auch mit ihm gemeinsam ihre Fähigkeiten und ihren Platz in dieser Welt findet. Violet kommt aus einer Familie, die Simon dient. Sie beneidet ihren Bruder dafür, dass er innerhalb von Simons Crew aufgestiegen ist und würde am liebsten selbst Teil der Mannschaft sein. Doch sie durfte nie in das Familiengeschäft eintreten. Sie ist zudem ein uneheliches Kind und nur geduldet für einen bestimmten Zweck – den sie alsbald durch die Stewards herausfinden wird.

Die Worte in dieser fremden Sprfache brannten in seinem Verstand. Er sollte nicht in der Laghe sein, sie zu lesen, doch er konnte es – er konnte sie spüren. Wieder sah er das Bild der Dame im Spiegel, als würde sie ihn direkt anschauen.

C.S. Pacat – Dark Rise 1, S.27, LYX.

Violet hat mir als Charakter sehr gut gefallen. Ich hoffe sehr, dass ich in Band 2 noch mehr zu ihr und ihrer Familie erfahre. Denn sie ist zwar als Charakter schon sehr klar geworden, dennoch würde ich gerne noch einmal mehr von ihrer Familie erfahren. Ich mag Violet, weil sie sich nicht unterkriegen lässt und sehr loyal ist. Sie und Will haben eine innige Freundschaft, die richtig toll und beneidenswert ist.

Ich fand Dark Rise einfach toll. Der Aufbau der Geschichte war unglaublich spannend und ich konnte das Buch einfach nicht aus der Hand legen. Ich mochte, wie die Personen zueinander waren und das es hier nicht ganz klar um Gut und Böse ging. Jeder Charakter hat verschiedenste Graustufen und ist nicht makellos. Die Verknüpfungen zwischen den Charakteren waren mal überraschend, mal völlig vorhersehbar, aber immer hat ein gut platzierter Twist wieder alles umgeschmissen.

Neben Violet kommen noch mehr weibliche Charaktere vor und was mir hier sehr gut gefallen hat ist, dass jeder von ihnen stark ist. Sie sind aber gleichzeitig auch verletzlich und zeigen ihre Verletzlichkeit. Das ist in einem Fantasy Roman leioder nicht die Regel und hat mich umso mehr gefreut.

Einzig die kurze Liebesgeschichte zwischen Katherine und Will hat mir nicht so gut gefallen. Sie war zwar am Anfang ganz süß beschrieben, doch mir fehlte einfach auf Dauer ein bisschen mehr Entwicklung in ihrer Beziehung.

Header Fazit

Dark Rise hat mir sehr gut gefallen und ist definitiv ein Anwärter auf ein Jahreshighlight. Das Buch ist spannend und so gut geschrieben!


C.S. Pacat | Dark Rise

30. September 2022 | 544 Seiten

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Dark Rise | Leseprobe

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