Rezensionen

Cyber Trips | Rezension

Cyber Trips von Marie Grasshoff

Schon seit ich denken kann, kenne ich das Schicksal der Menschen. Frisch und klar wie ein Frühlingsmorgen liegt es vor meinem offenen Geist, vor meinem inneren Auge, vor meinem wachen Verstand: Sie leben deprimierenden Leben, die deprimierend enden.

Marie Graßhoffm – Cyber Trips, S. 13, Bastei Lübbe.

ACHTUNG! Dies ist DER ZWEITE TEIL der Neon Birds Trilogie. Bitte lest die Rezension NUR wenn ihr Neon Birds bereits gelesen habt. Die Rezension enthält Spoiler zum Ende vom ersten Teil.

header inhalt

Im Jahr 2101 hat die Menschheit einen großen Rückschlag in der Bekämpfung der Künstlichen Intelligenz KAMI erfahren. Durch sie sind Millionen Menschen von einem Virus befallen, der sie zu eine Art Robotern macht. Während auf der Welt nach einem Heilmittel geforscht wird, versucht Andra mit KAMI Kontakt aufzunehmen, da sie der festen Überzeugung ist, dass KAMI ein Bewusstsein hat.

header meinung

Ich weiß gar nicht, wo ich bei dieser Rezension zu Cyber Trips genau anfangen soll. Ich war von Neon Birds mehr als begeistert und musste die Fortsetzung einfach sofort haben, als sie rausgekommen ist. Innerhalb weniger Tage hatte ich das Buch verschlungen.

Schon zum Einstieg in das Buch hat mir gefallen, dass es von der Autorin eine Zusammenfassung des ersten Teils gab. Ich vergesse leider immer mal wieder Dinge aus Büchern, die wichtig waren und auf denen am Ende aufgebaut wird. Deshalb war diese Zusammenfassung für mich perfekt und für eine Reihe sowieso. Es ist ein toller Service!

Die Moja-Frau mit dem blonden Haar hatte die Bombenexplosion in der Sperrzone in Sao Paulo überlebt. Er hatte es auf den Bildschirmen verfolgt, die rund um ihn herum aufgebaut gewesen sind. Wie neugeboren hatte sie in dem kilometergroßen Kater der Explosion gestanden, die alles um sie herum vernichtet haben.

Marie Graßhoff – Cyber Trips, S.15, Bastei Lübbe.

Deshalb fiel es mir auch gar nicht schwer erneut in die Welt einzusteigen. Es bleibt vom Erzählstil alles beim Alten: Das heißt, dass man als Leser erneut vier Erzählperspektiven folgt. So folgt der Leser also Luke, Flower, Okijen und Andra erneut durch die Cyberpunkt Welt. Aber ich muss gestehen, dass ich noch immer völlig verliebt in Okijen und Andra bin. Andra’s Dorf wurde in Neon Birds von den Moja überrannt und sie ist als einzige Überlebende dort rausgekommen. Seitdem ist sie an Okijens Seite und versucht die Welt um sie herum zu verstehen. Sie ist mit altmodischen Traditionen und Werten aufgewachsen und kennt daher die eigentliche Welt gar nicht. Als Leser bekommt man immer noch Andras Probleme mit dem Einleben in dieser mit, aber es wird einfacher und ich find es einfach schön, dass man als Leser diese gesamte Perspektive mitbekommt. Genauso ist es bei Okijen. Er wurde schon in Neon Birds als Supersoldat eingeführt, der nicht mehr im Dienst ist, weil irgendetwas vorgefallen war. Doch durch den Aufstand der KAMI springt er wieder zurück ins Spiel. Eigentlich als Supersoldat umfunktioniert, hasst er das Militär und seine ehemaligen Vorgesetzten. In Cyber Trips bekommt der Leser das erste Mal einen Einblick in seine Vergangenheit und lernt somit weshalb Okijen seinen Status als Kriegsheld hasst.

Cyber Trips Charaktere

Aber auch Luke und Flowers Perspektive ist natürlich spannend gewesen, zumal es jetzt wirklich darum geht zu schauen, ob Flower sich verwandelt oder nicht, da er am Ende von Neon Birds mit dem Virus in Kontakt kam und sogar die ersten Symptome hatte. Die Spannung war einfach da, doch haben die beiden mich einfach nicht so abgeholt. Doch wie immer ist auch klar, dass deren Perspektive und Geschichte wichtig ist, damit die Geschichte weiter geht. Vor allem Flower ist ein wichtiger Teil für die weitere Entwicklung des Buchs. Luke ist Flowers bester Freund und würde alles für ihn tun, weshalb er gemeinsam mit ihm flieht. Auch wenn er weiß, dass er selbst infiziert werden könnte.

Die Geschichte macht einen großen Sprung nach vorne. Als Leser tappt man nach Cyber Trips nicht mehr ganz so im Dunkeln, was KAMI eigentlich vorhat, da es Spekulationen gibt, denen man sich hingeben kann. Vor allem Andra und ihre Annahme, dass KAMI ein Bewusstsein hat, fand ich sehr spannend. Deshalb hatte ich irgendwo auch das Gefühl, dass letztendlich KAMI diejenige ist, die die Handlung steuert. Denn die Charaktere musste ihre Pläne irgendwie immer spontan ändern, um ihr einen Schritt voraus zu sein. Die Handlung geht auch super schnell voran und wurde auch mal etwas komplizierter, aber ich kam mir niemals darin verloren vor. Marie Grasshoff hat einen so unglaublich tollen Schreibstil, der den Leser vom ersten bis zum letzten Wort abholt und auch am Ende wieder absetzt.

Luke schaute auf die digitale Anzeige seines Phones. Kein Netz hier am Ende der Welt. Die Ortungsfunktion hatten sie zwar deaktiviert, aber ganz traute er der Sache noch nicht. Auf diese Geräte waren sie allerdings angewiesen.

Marie Graßhoff – Cyber Trips, S.25, Bastei Lübbe.

Ich habe durchgehend mitgefiebert und als dann ungefähr die Hälfte des Buches geschafft war, wurde Cyber Trips zu einem Feuerwerk, das einem Abschluss gerecht gewesen wäre. Es passiert so viel, was ich echt nicht erwartet hätte. Ich habe quasi an den Seiten geklebt. Tja und dann endet es einfach fies. Und zwar so richtig mies.

Ich frage mich am Ende einfach nur, wie es weitergehen wird und wie dann das Ende aussieht.

Header Fazit

Cyber Trips ist kein üblicher Mittelteil. Die Geschichte geht spannend weiter und könnte einem Finale gleichkommen, das es aber noch nicht ist.


Marie Graßhoff | Cyber Trips

29. Mai 2020 | 445 Seiten


Cyber Trips | Leseprobe


Die gesamte Neon Birds Reihe

(1) Neon Birds

(2) Cyber Trips

(3) Beta Hearts

(1) Kommentar

  1. […] »Cyber Trips ist kein üblicher Mittelteil. Die Geschichte geht spannend weiter und könnte einem Finale gleichkommen, das es aber noch nicht ist.« – Easy Peasy Books […]

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