Rezensionen

City of Bones

City of Bones von Cassandra Clare

City of Bones von Cassandra Clare

„Sie hatte panische Angst, dass Jace wie ein Phantom plötzlich wieder verschwunden sein könnte. Doch da stand er, gegen die Wand gelehnt. Er hatte etwas aus seiner Tasche geangelt und drückte nun an ein paar Knöpfen herum. Erstaunt blickte er auf, als die Cafétür hinter ihr ins Schloss fiel.“

Cassandra Clare – Chroniken der Unterwelt 1: City of Bones, S.49, Arena.

City of Bones ist der Auftakt des Shadowhunter Epos. Clary, die eigentlich ein normales Mädchen ist, kommt, als sie eines Abends mit ihren Freunden feiern geht, zufällig in Kontakt mit Jace, Isabelle und Alec. Am selben Abend beobachtet sie nicht nur, wie die drei einen Dämon töten, sondern auch ihre Mutter verschwindet. Schnell wird klar, dass sie entführt wurde und Clary nicht mehr nach Hause kann. Clary will sie wiederfinden und wendet sich an Jace, der ihr, gemeinsam mit Isabelle und Alec helfen will. Alle vier kommen auf Spuren ihrer Vergangenheit, die sie nicht hätten beschreiten sollen…

Shadowhunters bzw. Chroniken der Unterwelt war für mich immer ein Begriff, bei dem ich sofort auf Durchzug geschaltet habe. Ich hatte bei Netflix mal die erste Staffel geschaut, konnte es aber nicht weiter gucken…Und deshalb hab ich wenig später, als mir City of Bones geschenkt wurde, mich zwar gefreut, aber es stand dann auch ne gute Zeit auf dem SuB – bis jetzt!

City of Bones ist der Auftakt einer ganzen Reihe und daher geht die Handlung auch nicht super schnell voran, aber das stört auch nicht, da es eben ein Auftakt ist und man als Leser auch erst einmal die Charaktere kennenlernen soll.

Im Mittelpunkt stehen Clary und Jace. Clary ist ein recht komplexer Charakter. Sie ist eigentlich eine Shadowhunterin, doch das weiß sie nicht, da ihre Mutter vom Zauberer Magnus immer eine Barriere in ihrem Kopf hat errichten lassen, um die Schattenwesen und ihr Erbe zu vergessen. Denn ihre Mutter ist eine ehemalige, hat jedoch dem Rat und der ganzen Welt den Rücken zugekehrt, nachdem sie in einen Zirkel der Schattenjäger getreten ist – angeführt von Valentine – der mehr wollte und dafür auch die gesamten Schattenjäger und den Kodex, für den sie stehen, umändern wollte.

„‘Nein!‘ Nackte Angst sprach aus Jocelyns heiserer Stimme. ‚Komm nicht nach Hause. Hast du verstanden, Clary? Komm auf keinen Fall nach Hause. Geh zu Simon. Geh sofort zu Simon und bleib bei ihm, bis ich dich…‘ Ein Hintergrundgeräusch unterbrach sie, irgendetwas schweres fiel zu Boden, zersprang dort mit einem lauten Klirren…

Cassandra Clare – Chroniken der Unterwelt 1: City of Bones, S.53, Arena.

Clary ist zu Beginn recht verwirrt, fühlt sich in dem Schattenjägerinstitut, in dem sie von nun an leben soll, nicht wohl und will um jeden Preis ihre Mutter zurückhaben. Im Grunde geht es im ersten Teil genau um diese Suche, doch hatte ich das Gefühl, dass für Clary ihre Mutter immer mehr in den Hintergrund rückt, je mehr sie sich für Jace interessiert. Das fand ich irgendwie unrealistisch, da sie eine gute Beziehung zu ihr hatte. Vor allem ist mir dies am Ende aufgefallen, als Clary und Luke sie endlich finden und sie nur kurz bei ihrer Mutter bleibt, danach direkt auf die Suche nach Jace geht. An sich kämpft Clary mit einigen Probleme neben der Entführung ihrer Mutter. Sie ist Shadowhunterin, lernt die Welt der Dämonen kennen und vieles mehr.

Jace hingegen ist ein gestandener Shadowhunter, der sehr distanziert ist, sich aber doch von vornherein an Clary hängt, weil er von ihr angezogen wird. Er hilft ihr auf der Suche nach ihrer Mutter, begibt sich für sie in unzählige Gefahren, doch wird ein Beziehungsaufbau zwischen den beiden nur angedeutet. Das hat mir ganz gut gefallen, da es nicht so ein typisches Opfer-Retter Ding war, sondern Clary auch ganz offensichtlich ohne Jace vieles versuchen konnte – nur würde sie die Abenteuer nicht ohne ihn überleben. Sie ist in der Beziehung recht bestimmend, er aber auch. Quasi zwei Dickköpfe, die aufeinandertreffen.

Im Laufe von City of Bones bekommt der Leser einige Informationen zu Jace, wie zB dass er keine Eltern mehr hat und mit Isabelle und Alec aufgezogen wurde und beide auch wie Geschwister behandelt. Er lebt für diese Welt und würde sie für jeden Preis verteidigen. Daher ist es am Ende auch kein Wunder, dass Valentine Jace genau dort treffen kann, wo er am verletzlichsten ist: Bei seinem Vater.

„‘Meine Mutter hat mir das angetan?‘ fragte Clary, doch ihr überraschtes Entsetzen klang nicht überzeugend; das hörte sie selbst. Sie schaute sich zu Jace um und sah das Bedauern in seinem Blick; selbst Alec hatte es offenbar bereits vermutet und schien Mitleid mit ihr zu haben.“

Cassandra Clare – Chroniken der Unterwelt 1: City of Bones, S.235, Arena.

Die Nebencharaktere haben mir alle auch sehr gut gefallen und hier war kein einziger überflüssig. Isabelle und Alec bringen einiges an Würze in die Geschichte. Einmal wird Isabelle als eine Art Rivalin gegenüber Clary aufgebaut, doch recht schnell wird klar, dass Isabelle nur nicht schnell vertrauen möchte, doch Clary mehr als einmal hilft, weil sie offenbar sieht, wie Jace auf Clary reagiert. Alec, ihr Bruder, verehrt Jace, ist jedoch ein wenig ängstlich, will aber dennoch als stark gelten. Er ist vor allem am Ende unglaublich wichtig für die Geschichte, bei dem Clary und er langsam eine Freundschaft aufbauen können.

Simon ist mein absolut liebster Nebencharakter hier. Obwohl mich das hin und her zwischen ihm und Clary zwischendurch echt genervt hat, hat er sich doch irgendwie wieder gefangen und hat seinen Streit mit ihr über die Shadowhunter Sache gestellt, obwohl er damit absolut nichts zu tun hat. Er hilft den Vier wo er kann und begibt sich damit, ohne überhaupt nachzufragen immer wieder in Gefahr.

Hodge wiederum wird als netter Lehrer aufgebaut, der den drei jungen Schattenjägern helfen möchte, mit ihren Lebensituationen klar zu kommen. Doch am Ende platzt rund um ihn noch eine krasse Bombe, mit der ich niemals gerechnet hätte.

„‘Weil ich mitbekommen habe, wie du ihn ansiehst!‘, rief er wütend. ‚und ich habe keines dieser Mädchen je auf diese Weise angesehen! Das war nur ein Zeitvertreib, eine Art Übung, bis…‘

‚Bis was?‘ Clary spürte dunkel, dass sie schrecklich zu ihm war.

Die ganze Geschichte war schrecklich. Bis zu diesem Moment hatten sie sich höchsten mal darüber gestritten, wer den letzten Schokokuss aus der Schachtel im Baumhaus essen durfte.“

Cassandra Clare – Chroniken der Unterwelt 1: City of Bones, S.331, Arena.

Auch Magnus – der Zauberer – kommt in der Geschichte kurz länger vor und gefiel mir so vom Charakter her schon ziemlich gut. Er ist extravagant, lässt sich mit allen möglichen Schattenwesen ein und lebt sein Leben, so wie er es für richtig hält. Ich hoffe sehr, dass er in den weiteren Bänden noch einmal vorkommen wird (In der Serie tut er das nämlich!)

Was aber meine Begeisterung für City of Bones ziemlich stark gedämpft hat, war das Ende. Mir hat es gefallen, dass Valentin aufgetaucht ist, Jace entführt wurde und alles darauf hingedeutet hat, dass Jace der Sohn von Valentin ist. Jedoch fand ich den Twist affig, dass Clary und er Geschwister sein sollen. Wäre es so, dann wären die Gefühle, die beide füreinander haben, doch etwas widerlich. Deshalb geh ich mal davon aus, dass Jace definitiv nicht der Sohn von Valentine ist, jedoch Clary seine Tochter. Denn das hatte Luke ja bereits erwähnt, dass dieser Teil von Valentines Aussage stimmt.

Gespannt bin ich jetzt, wie es weitergeht. Kommt Hodge nochmal vor? Wird der Zirkel rund um Valentine stärker und gehen diejenigen, die verbannt wurden, wieder zurück zu ihm?

Cassandra Clare schafft mit Chroniken der Unterwelt: City of Bones einen wundervollen Auftakt, der nicht zu schnell und nicht zu langsam voran geht. Die Charaktere handeln fast durchgehend nachvollziehbar und nicht zu übertrieben. Ebenso sind die gut aufgebaut, keiner von ihnen hat starke stereotypische Charakterzüge oder opfert sich für irgendjemanden komplett auf. Ich bin auf Band 2 gespannt!

Cassandra Clare | Chroniken der Unterwelt 1: City of Bones

560 Seiten | Sonderausgabe: 2012

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