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Broken Things | Rezension

Broken Things Rezension

Rezensionsexemplar

Die Therapie gefällt mir. Ich mag das ganze Drum und Dran, die sauberen Zimmer und die Therapeuten mit den identischen Poloshirts und den identischen hilfsbereiten Mienen wie gut dressierte Hunde. Ich mag die Mottos auf Tonpapier, die überall hängen: […]

Broken Things – Lauren Oliver, S.15, Brynns Sicht, DTV.
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Summer, Mia und Brynn sind gute Freundinnen und liebe ein Märchenbuch, zu dem sie sogar eigenen Geschichten schreiben und diese Nachspielen. Eines Sommers wird Summer ermordet und die anderen Mädchen werden verdächtigt, denn der Mord an Summer ist in einer ihrer Fanfictions festgehalten. Die beiden werden zwar nicht verurteilt, dennoch im Dorf gemieden.

Als sich Summers Tod erneut jährt, findet Mia einen Hinweis auf den eigentlichen Mörder von Summer. Gemeinsam mit Brynn versucht sie diesen zu finden.

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Auf diesem Blog rezensiere ich nicht so oft Jugendthriller, weil mich das Genre vor allem dank dem Flop von Karen McManus abgeschreckt hat. Dabei waren diese doch etwas leichteren Krimis mein Einstieg in das Genre überhaupt. Nun habe ich mich erneut an einen Krimi getraut, weil die Geschichte einfach richtig toll klang!

Broken Things konnte mich sehr schnell von sich überzeugen. Ich mochte die beiden Hauptcharaktere von der ersten Seite sehr gerne und die Auflösung war auch nicht so lahm und aus den Fingern gezogen. Aber alles nacheinander.

Die Hauptcharaktere sind Brynn und Mia, die beiden Freundinnen von Summer, die umgebracht wurde. Brynn lernt der Leser in einer Suchtklinik kennen, weil sie vorgibt eine Alkohol- und Drogensucht zu haben, damit sie mit ihren Gefühlen klarkommt. Sie wurde nach dem Tod Summers und der Beschuldigung, dass sie es war, dort mit zu viel Alkohol und Drogen eingeliefert, doch hatte sie nie eine Sucht. Ihr Cousin hilft ihr aber diese Lüge Aufrecht zu halten. Brynn ist eigentlich nach außen sehr tough. Sie versucht immer allen zu zeigen, wie wenig sie an sich ranlässt, doch die Vergangenheit nagt sehr an ihr. Sie muss sich gemeinsam mit Mia dieser auch stellen, weshalb man als Leser wirklich viel über ihre Gefühle und Gedanken mitbekommt. Das hat mir sehr gut geholfen um auch die Fixierung auf Summer besser nachvollziehen zu können.

Ich sitze lange einfach nur benommen da, während mir alles wieder einfällt – die Geschichte, die drei Freundinnen, die Landschaft von Lovelorn selbst. Die Tage im Wald, als wir unter einem sich wandelnden Muster aus Blättern und Sonnenlicht spielten, es wäre wahr.

Broken Things – Lauren Oliver, S.28, Brynns Sicht, DTV.

Mia hingegen ist ein sehr liebes Mädchen, das es eigentlich nur allen Recht machen möchte. Sie ist immer noch in ihren Jugendschwarm verliebt und schämt sich extrem für ihre Mutter, weil diese ein Messi ist. Sie macht ihren Abschluss von zu Hause, weil auch sie mit dem Tod Summers gar nicht klargekommen ist. Doch Mia hat eine neue beste Freundin, mit der sie sehr glücklich ist. Mia ist auch diejenige, die auf die Idee kommt, dass Summer vermutlich noch wem von ihrem Spiel erzählt hat. Auch von Mia lernt man als Leser viel über ihre Gefühle und ihre Freundschaft zu Summer, die oft nur als Zweck rüberkommt, weil sie mit Brynn befreundet sein wollte.

Auch von der toten Summer wird immer mal wieder durch die Charaktere gesprochen. Doch relativ schnell wird deutlich, dass Summers Freundschaft zu den anderen Mädchen ganz schön toxisch war, weil sie immer ihren Willen durchsetzen wollte und eigentlich auch alle ihre Freundinnen verletzt hat, wenn sie ihrer Meinung nach gegen sie waren. Ich fand das schon ganz schön heftig.

Der Erzählstil ist sehr angenehm und einfach gehalten, sodass man als Leser sehr gut durch die Seiten kommt. Die Charaktere sind meiner Meinung nach für dieses Buch gut ausgestaltet. Es gibt aber zwei negative Dinge, die mir aufgefallen sind. Zum Einen haben die Figuren sehr lange im Dunkel getappt, was dann zu einer doch etwas längeren und langweiligeren Passage geführt hat. Zum anderen fand ich die Auflösung zwar okay, aber ich hätte gerne noch mehr über die Motive erfahren, vielleicht auch mal ein längeres Kapitel aus der Sicht des Täters mit Summer. Irgendwie so etwas fehlt mir am Ende einfach noch, um damit zufrieden zu sein.

Header Fazit

Alles in allem hat mir Broken Things gut gefallen. Es ist ein netter Jugendthriller, der für ein paar Stunden gut unterhält.

(2) Kommentare

  1. sagt:

    Das Buch steht sogar auch auf meiner Wunschliste auf Englisch, glaube sogar schon etwas länger :D. Habe bisher von der Autorin noch nichts gelesen, aber schon viel Gutes über ihre Bücher gehört und für Jugendthriller habe ich ja eh eine Schwäche. Etwas schade, wenn das Potenzial nicht zu 100% genutzt wird, aber du hast mich trotzdem neugierig gemacht. Werde das wohl definitiv irgendwann mal Lesen.

    Dankeschön für dein liebes Kommentar Andrea und für die ehrlichen Worte <3. Das mit dem Werkstudentenjob tut mir richtig Leid zu hören, dass ist einfach ärgerlich und ungerecht :/. Schlimm ist halt auch, dass man daran auch nichts ändern kann bzw. auf solche Dinge gerade überhaupt keinen Einfluss hat. Es freut mich aber, dass du zumindest eine Alternative gefunden hast und es somit auch irgendwie weitergegangen ist. Dass ist auch meine Hoffnung, dass sich da einfach was ergibt und dann doch alles gut ausgeht.

    Also ich würde auch gerne in die Richtung Pressereferent/Öffentlichkeitsarbeit, also eigentlich ähnlich wie du. Ansonsten fände ich natürlich auch was aufbauend auf der Thematik meiner MA-Thesis ganz interessant, da schreibe ich über Rechtspopulismus, was ein spannender Forschungsbereich ist. Aktuell verschaffe ich mir ja auch schon einen Überblick was so an Stellen angeboten wird und das stimmt mich dann doch wieder etwas positiver. Ganz so düster sieht es tatsächlich nicht aus und letztenendes versuche ich Optimistisch zu bleiben.

    Ich wünsche dir aber auch weiterhin viel Erfolg im Traineeship und dass sich dir da auch spannende Möglichkeiten bieten. Bin schon gespannt deinen Beitrag dazu zu lesen, finde es nämlich so wichtig, dass darüber auch gesprochen wird. Studenten finden im öffentlichen Diskurs ja aktuell leider kaum statt. Aber: Man ist mit diesen Gedanken/Ängsten ja gerade definitiv nicht alleine, gibt ja viele die gerade kurz vor dem Abschluss stehen.

    Ps: Entschuldige auch, dass die Antwort etwas später kommt, gerade brauche ich wegen der MA-Thesis immer etwas länger zum Antworten.

    1. Drea sagt:

      Hallo Nicole!

      vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, so eine ausführliche Antwort zu schreiben <3 ich freu mich immer sehr darüber. Ich find es genauso wichtig, dass wir drüber sprechen. Auch ich drück dir die Daumen für deine Zukunft! 🙂

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