Rezensionen

Auge um Auge Reihe Fazit

Auge um Auge Reihe von Jenny Han

Auge um Auge Reihe von Jenny Han – Mein Fazit

Hallo : )

Nachdem ich über die letzten Woche immer wieder die „Auge um Auge“ Reihe von Jenny Han rezensiert habe, würde ich euch gerne ein gesamtes Reihenfazit schreiben. Ich warne vorweg, dass dieses S P O I L E R enthält, da in dieser Art von Fazit eher eine „Ich schreib alles runter, was mir so einfällt“ Sache werden soll. Denn in den normalen Rezensionen versuche ich so wenig wie möglich vorweg zu nehmen.

Also viel Spaß! : )

„ich ziehe mein Feuerzeug aus der Tasche und zünde mir eine Zigarette an. Ich inhaliere tief. ‚Wir alle drei waren es.‘ Ich ziehe noch einmal und spüre, wie der Rauch sich in meinem Körper verteilt. ‚Ich hoffe bloß, wir kommen mit heiler Haut da raus.‘“

Jenny Han, Auge um Auge, S.303, Hanser.
Auge um Auge von Jenny Han

In Auge um Auge geht es um Kat, Lillia und Mary, die sich rächen möchten. Kat an Alex, weil er sie nach einem gemeinsamen Sommer fallen gelassen hat. Lillia an Rennie, weil sie von ihr enttäuscht wurde. Mary an Reeve, der sie gemobbt hat und sie dazu gebracht hat, wegzuziehen.

Feuer und Flamme Jenny Han

Im zweiten Buch Feuer und Flamme geht es weiter um Rache. Die große Rache an Reeve und Rennie hat nicht so gut geklappt, aber Mary und die anderen wollen sich unbedingt an Reeve rächen, da er als Mobber einfach kein Glück verdient hat. Da er offenbar schon länger in Lillia verliebt ist, soll sie sich an ihn ran machen, um ihm dann das Herz zu brechen. Doch Lillia muss auf ihre eigenen Gefühle aufpassen…

Asche zu Asche Jenny Han

Im dritten Buch Asche zu Asche geht es primär um Mary. Das Blatt hat sich gewendet. Lillia und Reeve sind ein Paar und Kat weiß das. Mary aber nicht. Sie fühlt sich betrogen und will sich nun an Reeve, Lillia und Kat rächen. Ob ihr das gelingt völlig alleine?

Ich bekam mehr, als ich dachte. Zunächst bin ich ganz naiv davon ausgegangen, dass es hier um drei Mädchen gehen wird, die sich an drei anderen Menschen rächen möchten. Ganz easy, ganz normal, typisch Jugendbuch eben. Tja aber normal war das alles nicht.

Schon zu Beginn läuft in der Erzählung ein leicht mysteriöser Vibe mit, der vor allem etwas mit Mary zu tun hat. Zunächst habe ich das auf ihre Tante geschoben, die wie eine Kräuterhexe eingeführt wird. Etwas verwirrt, glaubt an Magie und Geister. Als dann aber am Ende des ersten Buches alles den Bach runtergeht, hatte ich daran gedacht, dass Mary irgendwelche Fähigkeiten hat. Mich erinnerte die Schlussszene sehr an Stephen Kings „Carry“.

Wenig später – also im zweiten Buch – wird dem Leser dann schnell klar, dass Mary auf jeden Fall eine Hexe sein muss, vor allem da ihre Tante immer davon spricht, dass Mary nicht wüsste, was sie alles kann. Dass Mary am Ende aber ein verdammter ruheloser Geist ist, DAMIT hätte ich niemals gerechnet. Ein verdammt überraschender, aber unglaublich genialer Plottwist, der dann im dritten Buch wieder aufgenommen wird.

„Ich weiß nicht, ob ich es mir nur einbilde, aber als er mich über Rennies Schulter hinweg ansieht, meine ich, Hass in seinen Augen zu sehen.“

Jenny Han, Feuer & Flamme, S.11, Hanser.

Hier geht es vor allem um Marys Rache an Reeve, Lillia und Kat. Noch im zweiten Buch hatte ich ein wenig Bauchschmerzen rund um Reeve, da er Mary offenbar gemobbt hat und es später dazu führt, dass sie stirbt, und mit ihm hat man eben kein Mitleid. Ihm scheint alles zuzufliegen und als Lillia und er dann noch eine unglaublich süße Liebesgeschichte anfangen, dachte ich, ist es schwer, das Buch zu bewerten, da man eigentlich mit jemandem wie Reeve keine Empathie empfinden sollte. Doch im dritten Buch sind die Bedenken bald wie weggefegt, da er offenbar richtig unter Marys Tod leidet. Er schiebt sich die Schuld zu. Es wird nur kurz erwähnt, dass er deshalb in Behandlung war. Dennoch such Mary ihn heim und will ihn zum Selbstmord bringen, so wie er es damals geschafft hat. Gleichzeitig lernt sie mehr über ihre Kräfte und versucht weiterhin auf Lillia und Kat zu sabotieren.

Neben der wirklich guten und überraschenden Geschichte, haben mir vor allem die drei – später vier – Hauptcharakte gefallen.

Kat ist wohl die typische Alleingängerin. Sie wohnt abseits bei ihrem Vater und ihrem Bruder. Eigentlich kennt sie jeden an der Schule..immerhin wohnen sie auf einer Insel, doch sie wurde irgendwann aus der coolen Clique rausgeworfen und hing seitdem mit den Älteren ab. Sie hat ihre eigene, gefestigte Meinung, verschwindet mal von der Insel und ist eigentlich ziemlich aufmüpfig. Das macht sie aber unglaublich sympathisch, denn sie hat hinter ihrer harten Schale ein unglaublich gefühlvolles Herz. Ihre Mutter ist früh gestorben, sie vermisst sie und möchte für sie aufs College, für in etwas im Leben erreichen. Sie hat ein großes Herz, weshalb sie im Laufe der Geschichte Lillia auch des Öfteren deckt oder ihr hilft, sich wieder mit ihren Freunden zu versöhnen.

„In diesem Moment wird mir klar, dass ich schon gewonnen habe. Rennies beste Freundin sitzt hier mir und will mir helfen, Rennie einen Denkzettel zu verpassen. Und auch Alex würde sein Fett wegbekommen. Was Reeve angeht, o ist der mir zwar total egal, aber es wäre nett, dabei zuzusehen, wie er bekommt, was er verdient.“

Jenny Han – Auge um Auge, S.121, Hanser.

Lillia ist das komplette Gegenteil von Kat. Sie ist Rennies beste Freundin, hat sich durch Rennie irgendwann von Kat abgewandt, doch eigentlich passt sie nicht in die Coole-Clique. Sie wächst langsam aus Rennies Unterdrückung raus, lehnt sich durch den Vorfall, weshalb sie sich auch bei ihr rächen möchte, auf. Sie widerspricht, ignoriert sie und beginnt sie zu Hassen. Aber Lillia ist jemand, der möchte jedem dennoch alles recht machen. Doch als Rennie sauer auf sie ist und von ihr ignoriert wird, lernt sie mehr auf sich selbst zu hören, darauf, was sie gut findet. Gleichzeitig verliebt sie sich in Reeve und ist sich am Anfang unsicher, ob das richtig ist. Nicht nur wegen Mary, sondern vor allem wegen Rennie, die schon immer in ihn verliebt war. Doch auch hier entwickelt sich eine Art „Ist mir egal“ Einstellung, weil sie auf sich hört. Doch Lillia opfert auch viel, egal ob freiwillig oder nicht. Sie beißt sich durch und erträgt den Schmerz. Sie ist tatsächlich eine stärkere Figur, als man auf den ersten Blick denken mag.

Mary hingegen ist diejenige, über die der Leser doch am wenigsten erfährt. Sie wurde gemobbt, man lernt viele Erinnerungen von Reeve mit ihr. Gute und Schlechte. Sie will sich rächen wegen allem, was Reeve ihr angetan hat. Doch das wars tatsächlich. Mary hat Angst vor ihrer Tante, doch Interaktionen mit anderen Menschen hat sie gar nicht – gut sie ist ein Geist, wie soll das auch klappen? Dennoch ist es mir dann doch erst am Ende klar geworden, dass irgendetwas mit ihr nicht stimmt. Als Geist wiederum lernt man vor allem über ihre Gefühle, den Betrug und Hass kennen. Mir hat die Geistermary sehr gut gefallen. Sie war interessanter, nicht mehr so eindimensional und ziemlich rachsüchtig. Quasi eine 180 Grad Wende.

Reeve ist ein Charakter, über den ich doch sehr gespalten war. Zunächst fand ich ihn schrecklich eingebildet. Er hing mit Rennie rum, versuchte jeden unterzukriegen und empfand sich als den König der Schule. Am Anfang des zweiten Buches kämpft er um sein Footballstipendium, er hat ein gebrochenes Bein und versucht alles, um schnell wieder auf die Beine zu kommen. Gleichzeitig ist er unglaublich verknallt in Lillia und würde alles für sie geben, was ihn wiederum sehr sympathisch macht. Bis zum dritten Buch erfährt der Leser leider keine Reue für Marys Tod. Doch im dritten Buch scheint er sich durch Mary, damit auseinanderzusetzen, er bereut es sehr und man merkt, dass es ihn bereits sein Leben lang belastet.

Ich hätte niemals erwartet, solch eine tolle Reihe zu bekommen. Noch nach dem ersten Buch war ich mir nicht sicher, ob es jetzt wirklich sinnvoll ist, noch zwei weitere Bücher mit derselben Geschichte zu haben. Doch wiederholen tut sie sich nicht. Sie wird weitererzählt und endet in mehreren Desastern, bis es schließlich am Ende zu einer Art Showdown kommt. Im Endeffekt geht alles den Bach runter und das mehrmals, was wirklich Spaß gemacht hat zu lesen. Es ist spannend, als Leser habe ich so unglaublich mitgefiebert, war geschockt und erfreut zugleich. Definitiv ist die Reihe ein Jahreshighlight von mir!

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