High Tea

Leseflaute durch mein Germanistikstudium?

reclame bücher nebeneinander aufgereiht

Hey und schön, dass dus zum ersten Donnerstaggequassel von mir geschafft hast 😊 Nimm dir nen Tee oder einen Kaffee und viel Spaß mit meinem Schwadronieren über ein bestimmtes Thema. Heute geht’s um mein Studium:
Ich studiere Germanistik und Geschichte und muss zugeben, dass ich am Anfang unheimlich erschlagen davon war, was ich am Ende wirklich in den ersten Semestern lesen musste. Natürlich war mir klar, dass ich im Germanistikstudium viel lesen muss und natürlich war mir auch klar, dass Geschichte nicht einfach wird. Aber es gab schon wirklich heftige Semester. Im Endeffekt musste ich 4 große Themenblöcke in Germanistik im Grundstudium studieren und 3 davon haben was mit Literaturwissenschaften zu tun.

Leseflaute bekommen


Deshalb gab es Semester, in denen ich in einer Woche bis zu 3 Bücher lesen musste, dazu dann noch die Texte für Geschichte, die auch nie unter 10/15 Seiten waren.
Ich hatte zwar genug Zeit die Bücher zu lesen, aber dann fiel da leider die Zeit für meine privaten Bücher weg. Denn eigentlich lese ich super gerne noch abends im Bett oder auf der Zugfahrt. Wenn ich wirklich viele Bücher durchlesen musste, viel diese Zeit eben den Unibüchern zu. Also saß ich abends des Öfteren mit Goethe, Schiller oder Kracht im Bett und hab gelesen und gelesen.
Glücklicherweise gab es die einen oder anderen Bücher, die ich bereits im Abi gelesen hatte, bei denen ich mir nur nochmal fix die Zusammenfassungen angeschaut habe.

Aber so kam dann für mich auch ganz schnell eine Leseflaute in den Semesterferien. Ich hatte mich im Semester damit abgefunden, keine Lust mehr zu haben, noch ein privates Buch zu lesen und wenn, dann nur ein ganz leichtes oder etwas, an dem ich schon lange gelesen hatte. In den Semesterferien hatte ich mir dann immer vorgenommen, auch mal die dickeren Bücher zu lesen…3 Monate gehen die Ferien und am Ende hab ich ein Buch eventuell beendet. Und dann gings im Semester wieder von vorne los.

Leseflaute überwinden

Mittlerweile habe ich diese Leseflauten aber zum Glück überwunden und hoffe sehr, dass diese dann im Master nicht wiederkommen. Ich habe mir nach dem zweiten Semester einfach gesagt, dass ich meine Prioritäten bezüglich der Bücher etwas umändern muss. Denn ich wollte lesen, mir fehlten meine privaten Bücher und mein SuB wurde immer größer, mein Ebook Reader ist fast geplatzt und ich saß vor nem Buch und dachte mir: „Nee…ich fühls heut nicht“ und das bei jedem einzelnen. Dann kam ich auf die Idee, mir einfach jeden Tag „meine Zeit“ zu nehmen.
Die einen setzen sich dafür in den Garten oder aufs Bett, ich hab‘ mir „meine Zeit“ zwischen zu Hause und der Uni genommen, nämlich im Zug. Ist nicht so gemütlich und weiß Gott nicht super komfortabel (vor allem wenn nur ein Wagon um 9 ankommt und der schon brechend voll ist), aber damit habe ich meine Leseflaute letztendlich doch besiegt. Bücher und Texte für die Uni wurden dadurch nur noch zu Hause und in der Uni selber bearbeitet. Wenn ich mal was nicht geschafft habe, war das auch nicht der Untergang, dann hab‘ ich dazu eben kein Referat, Essay oder Hausarbeit geschrieben. Auch nicht schlimm. Es gab ja andere Bücher, die ich geschafft hatte!

Ich habe im Studium so viele Bücher, so viele Sekundärtexte gelesen, dass es dann auch endlich mal wieder gut getan hat, ein tolles Buch zu lesen, was ich mir ausgesucht habe.

Studiert ihr und habt ihr schon einmal dadurch eine Leseflaute erlebt? Oder wie geht ihr generell mit Leseflauten um?

(20) Comments

  1. Hey,
    mir ging es im Bachelor Germanistik genau wie dir! Im Master wurde dann alles entspannter bei mir. 🙂 Verlier also nicht die Hoffnung.
    Jetzt – zum Ende meines Masters – kommt die Leselust mit Wucht zurück 😀
    VG Jennifer

    1. Hey 🙂 naja aktuell gehts bei mir ja zum Glück auch wieder, aber dann hoffe ich sehr, dass es in meinem Master dann auch nicht nochmal vorkommt 🙂
      ist dann halt echt immer schade 🙁

      LG
      Andrea

  2. Sven Hensel says:

    Hey,
    mir ging es da ganz ähnlich wie dir und ich habe das auch vielen anderen StudentInnen schon gehört: das Deutschstudium raubt einem die Lust am Lesen und erst in den Semesterferien, wenn man nichts machen muss, oder nach dem Studium kommt die Leselust langsam wieder. Ganz spannend finde ich da, dass ich auch Anglistik studiert habe und da wurde mir mehr Lust auf Lesen gemacht. Also muss etwas wirklich falsch in allen Germanistikstudiengängen laufen, dass man da die Leselust verliert, aber in anderen Studienrichtungen (hab das bei Anglistik und Romanistik gehört) bleibt sie erhalten, und wird sogar noch gesteigert…Aber tröstend kann ich dir sagen: die Leselust ist momentan nur vom Studium begraben, sie wird sich aber wieder freischaufeln und du wirst das Lesen wieder lieben:)!
    LG Sven
    P.S. ich bin über die Aktion „kleine Blogs in Sicht“ auf deinen Blog aufmerksam geworden:)!

    1. Hey,
      wow da kann man ja schon neidisch sein, dass dir bei Anglistik sogar noch mehr Lust auf Lesen gemacht hat!
      Und du hast Recht, die Leseflaute ebbt auch gerade wieder ab und ich komme zum Glück wieder zum Lesen 🙂 Irgendwie fehlt mir dann auch einfach was, wenn ich nicht elsen kann.

      LG
      Andrea

  3. Hallo 🙂
    Ich studiere zwar, aber das beeinflusst kaum mein Lesen. Außer natürlich in der Klausurenphase.

    Wenn ich mal eine Leseflaute habe *so wie jetzt gerade*, dann ist das eben so. Ich will mich ja nicht dazu zwingen zu lesen. Und ich lese eben weil ich Lust dazu habe & wenn ich jetzt eben scheinbar keine Lust habe, dann ist es ja auch sinnlos so zu tun als ob. Nur zu Lesen um zum Beipiel einen Blog aufrecht zu erhalten, finde ich auch quatsch. Am Ende kommt die Leselust doch wieder ganz von selbst zurück 🙂

    1. Hallo 🙂
      Da gebe ich dir voll und ganz recht. Ich würde mich niemals zum lesen zwingen. Wenn es dann keinen Spaß macht, ist es eben so 🙂 Und die Leselust kommt auf jeden Fall irgendwann wieder. Aktuell steckte ich auch wieder in soner Art Flaute, aber es stimmt, auch hier kommt sie so laaaaangsam aber sicher wieder.

      LG
      Andrea

  4. Ich stricke bei einer Leseflaute und schaue mir eine komplette Serie auf Netflix an 😉 Dann habe ich wieder Lust aufs lesen …

  5. Hey Andrea,
    oh weh, das Gefühl kenn ich voll gut. Ich hab zwar schon vor einer Weile mein Komparatistik-Studium abgeschlossen, kann mich aber noch gut an das Gefühl erinnern, von der Lektüre erschlagen zu werden (in Komparatistik hab ich viel deutsche und englische Klassiker gelesen und im Nebenfach dann noch französische Literatur, wo ich natürlich erstmal aaaalles auf Deutsch lesen musste, um dann im Original zu verstehen, was abgeht …) Erst gegen Ende meines Studiums hab ich mir ab und zu Zeit für private Lektüre genommen und hab als Ansporn ein Lektüre-Tagebuch geführt.
    Heute ist der Grund für Leseflauten bei mir vor allem Netflix! Asche auf mein Haupt, aber es ist leider so. Ich glaube, man muss sich realistische Ziele setzen. Ich will seit Jahren Anna Karenina lesen, aber abends nebenbei ist das echt schwierig, weil es so viele unterschiedliche Schauplätze und Charaktere sind. Dafür brauch ich dann mal nen mindestens zweiwöchigen Urlaub am Stück. 😉
    Danke für deinen Beitrag, jetzt schau ich noch in deine Rezensionen rein …

    1. Hallo Sabine,
      oh wow, das hört sich bei dir aber auch echt heftig an. Nun ja diese Art Studiengänge können einfach wirklich hart sein, wenn es ums Lesen von Büchern und Texten geht.
      Und ja auch das mit Netflix kenne ich zu gut. Es ist abends einfacher irgendeine Serie oder Doku auf Netflix laufen zu lassen, als etwas zu lesen. Das kenne ich auch.
      Dann wünsch ich dir ganz ganz viel Erfolg bei Anna Karenina. Das möchte ich auch auf jeden Fall noch irgendwann lesen.

  6. Hey,

    ich studiere unter anderem Philosophie und da musste ich natürlich viele Philosophische Texte lesen. Eine Leseflaute habe ich dadurch aber nicht bekommen. Ich war immer ganz froh, wenn ich mich einfach in ein Buch fallen lassen konnte.
    Momentan versuche ich Geschichte als Drittfach zu bekommmen. Aber die Chancen sind so klein, weil ich nur einen Platz bekommen werde, wenn alle Erstsemester versorgt sind und dann noch Kapazitäten frei sein sollten. Letztes Jahr hatte es leider nicht geklappt.
    Ich denke die „meine Zeit“ sollte sich jeder Student nehmen. Konsequent jeden Tag und der Zeit nichts für die Uni machen. Egal wie stressig es grade ist. Irgendwie muss man ja auch Energie tanken, sonst geht man kaputt

    Gruß Isbel
    (falls der Text jetzt doppelt erscheint, entschuldige. Irgendwie spinnt das hier grade)

  7. Huhu,

    ich hatte das große Glück, dass ich im Studium zwar nie, aber wirklich NIE frei hatte (Semesterferien waren für Hausarbeiten, Klausuren und dann noch das Praktikum, wenn man nicht zu denen gehörte, die sich dafür ein Semester frei nahmen) und in 7 Jahren Studium insgesamt nur zwei Wochen Ferien reinquetschen konnte, und auch die nur, weil meine Forschungsprojekte da gerade pausierten, ABER ich musste so gut wie keine Bücher lesen. Artikel ja. 40 Seiten pro Kurs pro Woche waren Minimun, und bei 6 Kursen und mehr in der Woche addiert sich das auch schon zu einem Buch auf, aber es waren immer Fachtexte. Nie leichte Lektüre, die man nur annähernd mit echten Romanen vergleichen konnte. So konnte ich das ganz gut trennen und kam nicht in eine Leseflaute.

    Aber in der Schule hatte ich das Problem. Dabei haben wir damals gar nicht so viel gelesen, aber Lehrer haben einen immer noch mehr zum Außenseiter gemacht, wenn sie erfuhren, dass man Bücher mag. Und dann kamen irgendwann die schwierigen Pflichtlektüren und der Spaß am Lesen verschwand völlig.
    Erst das Studium hat mir wieder reingeholfen.

    Halt die Ohren steif. Leseflauten an sich kriegt man immer mal. Notfalls dann einfach nicht lesen (außer Pflichtlektüren). Es bringt ja nichts, wenn du dich zwingst und das Buch deshalb dann weniger magst. Einfach eine Weile Serien schauen, oder auch mal Nichts tun, solange, bis es dich wieder in den Fingern juckt.

    Liebe Grüße
    Taaya

    1. Hallo Taaya,

      erst einmal vielen dank für diese wirklich ausführliche Antwort 🙂
      Da hattest du mit deinem Studium ja wirklich „Glück“, dass du da keine Leseflaute hattest. Aber ein Spaziergang schien deins nicht zu sein :O Respekt dafür, dass du das gemeistert hast 🙂

      Ich hör dann auch immer auf zu lesen, mein Problem ist da leider dann auch immer, dass ich mich so schwer in der Bahn ohne Buch beschäftigen kann. Die Gegend kenne ich seit Jahrzehnten, durch die ich fahre, dann auf den Bus zur Uni warten..Aber irgendwie hab ichs bisher auch immer geschafft 🙂 Und danke für den Tipp mit den Serien. Wofür hab ich sonst mein Netflix abo? 🙂

      Liebe Grüße
      Andrea

      1. Da hab ich das Glück, dass ich spielesüchtig bin. Naja, nicht ganz. Aber im Bus habe ich früher immer die Billigvarianten von CandyCrush und Co gespielt. Die, die nicht so eklig bunt und laut waren. Und heute jage ich Pokemon.
        Aber da verstehe ich dich sehr gut. Busfahren ist furchtbar, und leider schafft man es ja auch nie, wirklich die Gespräche der Anderen zu belauschen (weil man die Bücher über belauschte Gespräche oft lustig findet), oder schafft es und verliert deshalb den Glauben an die Menschheit. Da ist ein Buch dann doch die bessere Alternative 😀

        LG

  8. Hallo, Andrea!
    Ich selbst studiere zwar nicht, kann dein damaliges Problem aber trotzdem sehr gut nachvollziehend. Während meiner Ausbildungszeit bin ich auch oft in Leseflauten gefallen, weil ich mich tagsüber ständig mit zähen Gesetzestexten rumquälen musste.. Bäh! Deine Lösung gefällt mir aber sehr gut und es freut mich, dass du deine Leseflauten damit besiegen konntest. Manchmal ist ein bisschen „Me-Time“ einfach das Beste, das man sich gönnen kann. 😉
    Liebe Grüße, Isa.

  9. Ich studiere Englisch und Französisch auf Lehramt und da gibt es auch immer einiges zu lesen. Und in Fremdsprachen lese ich nur halb so schnell wie auf Deutsch, deshalb gab es immer irgendeinen Uni-Text der gerade gelesen werden musste. Darüber habe ich das Lesen aus reinem Vergnügen komplett vernachlässigt. In den ersten 2 Jahren meines Studiums habe ich kein einziges Buch freiwillig gelesen. Erst als ich während meines Auslandssemesters mal etwas mehr Zeit hatte, habe ich gemerkt wie sehr mir das gefehlt hat. Seit dem hab ich da ein genaues Auge drauf, wie viel Zeit ich für Uni und Privates investiere und jetzt hab ich auch wieder echt Spaß am Lesen. Allerdings muss ich mich auch Sabine anschließen, die Seriensucht bedroht eindeutig meine Lesezeit 😀

  10. Hey!
    Mir ging es im kulturwissenschaftlichen Teil meines Studiums ganz ähnlich wir dir. Wenn so viel für die Uni zu lesen ist, fehlt einfach die Zeit und zT auch Lust, privat zu lesen. Die richtige Lesestimmung kommt nicht auf. Mein Plan war letztlich etwas umgekehrt zu deinem: Ich hab recht lange Fahrtzeiten und hab dann unterwegs und in der Uni für die Uni gelesen und zuhause meist nur private Bücher. Hat definitiv geholfen!

    Liebe Grüße
    Sarah

  11. Hey, durch mein Studium muss ich auch viele Lehrbücher mit trockener Theorie lesen und hatte lange Zeit deswegen, keine Lust mehr, privat zu lesen. Ich habe mich aber nicht dazu gezwungen und irgendwann kam es von alleine wieder 🙂

    LG Katharina

  12. Ich beginne zum Wintersemester mein Germanistik- und Russischstudium auf Lehramt an und ich bin gespannt was mich bei zwei Sprachen erwartet. Vielen Dank für diesen ehrlichen Beitrag!

    Ich lasse ganz liebe Grüße da
    Natascha

  13. Im Informatikstudium hatte ich keine Lust vorm PC zu sitzen und hab dabei sogar mehr gelesen. Mittlerweile komme ich im Berufsalltag leider allgemein zu wenig zum lesen. 🙁

  14. Bei mir ist es längst nicht so extrem, aber ich verstehe dich trotzdem gut. Ich habe nur ein Semester Germanistik im Nebenfach gemacht und dann gewechselt, studiere aber Anglistik im Hauptfach und da muss ich natürlich auch einiges lesen. Zwar meist keine ganzen Bücher, aber die Ausschnitte waren in manchen Kursen auch gerne mal 100-200 Seiten lang und haben einiges an Zeit gekostet. Danach hatte ich zu Hause dann keine Lust mehr, noch ein privates Buch auszupacken und abends meist auch keine Energie mehr. Ich habe mir aber auch immer im Zug die Zeit für meine Bücher genommen und dadurch noch einiges geschafft. Es hilft wirklich sehr, sich bewusst Zeit zu nehmen und es von der Unizeit abzugrenzen.
    Schön, dass du das mittlerweile überwunden hast. Ich drücke die Daumen, dass das so bleibt.

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