High Tea

Die Lightlark Thematik oder: Wie Social Media einen Buchlaunch kaputt machen kann

Lightlark Thematik Alex Aster

Meine Lieben,

ich habe mich sehr lange an dieser Stelle nicht mehr über Social Media, die Bookstagram oder Booktok Community aufgeregt. Doch jetzt ging vor ein paar Tagen ein Thema viral, was mich sehr genervt hat. Man könnte schon fast sagen, dass es ganz gut war, dass das nur innerhalb von Booktok ein Thema war. Dennoch ist es das beste Beispiel dafür, wie man durch Social Media einen Buchlaunch in Gefahr bringen kann.

Erst einmal zur Thematik: Es geht um das Buch Lightlark von Alex Aster. Das Buch ist ihr Debüt und hat sogar schon einen Filmdeal bekommen. Alex Aster hat in der Promophase und weit davor sehr viel Werbung für ihr Buch gemacht, so wie es eigentlich heut zu Tage jeder Autor und jede Autorin macht. Alles hat damit angefangen, dass sie Anfang 2021 über die Idee, die nun Lightlark geworden ist, auf TikTok gepostet hat. Das Video ist viral gegangen, alle wollten es lesen und so hat sie einen Buchdeal bekommen. Jetzt kommt es raus und wird plötzlich in der Buch Community gehatet. Aber was ist passiert?

Alex Aster nimmt ihre Fans und Leser überall mit hin. Wie sie die erste Special Ausgabe in den Händen hält, wie sie ihre Bücher signiert und erzählt eben auch von ihrer Geschichte als Autorin. Da erzählt sie, wie sie zum Schreiben gekommen ist, wie viele Bücher abgelehnt wurden und wie sie am Ende sogar noch einen Filmdeal bekommen hat. Zur Promo gehört natürlich auch das Buch in ein gutes Licht zu stellen, was bedeutet, es gibt einige Autoren und Autorinnen, die Lightlark ebenfalls promoten. Alex Aster liest Ausschnitte aus ihrem Buch vor und macht die Leser damit nur Neugieriger. Zusätzlich – und das ist nun auch das „Problem“ in der Debatte – wird es als eine Mischung von Tribute von Panem und das Reich der sieben Höfe vermarktet. 2 richtige Bestseller, die in der Community bekannt sind und die natürlich auch Menschen außerhalb von Booktok und Co anziehen sollen.

Und nun wurde Alex Aster mit Lightlark seit Freitag stark in die Kritik genommen. Die Booktoker haben ihre Rezensionsexemplare bekommen und folgende Anschuldigen wurden der Autorin an den Kopf geworfen:

  • Die Szenen, die sie promotet hat, kommen so nicht im Buch vor
  • Es ist unglaublich schlecht geschrieben
  • Der Love Interest ist mehrere 100 Jahre älter als die Protagonistin
  • Es sei ein Abklatsch von das Reich der Sieben Höfe

Grundsätzlich voll okay, wenn man sich als Leser erst einmal Luft machen möchte, wenn ein Buch vielleicht nicht seinen Erwartungen entspricht. Ich schreibe ja auch nicht immer nur 5 Sterne Rezensionen. ABER das Buch wurde dann bei Goodreads selbst von denjenigen, die es NICHT gelesen haben schlecht bewertet auf der Basis von denjenigen, die die obrigen Anschuldigen vorgebracht haben. Das Buch war bei 4 Sterne, mittlerweile sind es nur noch 2,65 Sterne (Stand: 22.08., 1 Tag vor Buchveröffentlichung). Alleine die Ratio der vergebenen Sterne VOR offizieller Veröffentlichung zeigt eigentlich, dass das eine

Hexenjagd ist. Viele beschuldigen sie, dass es ein ACATOR (das Reich der sieben Höfe) Abklatsch wäre, aber in super schlecht, dass sie keine Ahnung vom schreiben hat und und und. Wenn ihr euch das ganze Ausmaß einmal anschauen wollt, dann schaut hier direkt vorbei.

Und natürlich ist Booktok voll von beiden Seiten. Es gibt hier die eine Seite, die das Buch konstant schlecht machen, es auseinander nehmen und wirklich haten und die anderen, die Alex verteidigen. Viele haben das Buch mittlerweile gelesen und sagen auch, dass es kein literarisches Meisterwerk sei, aber Spaß macht zu lesen. Ich persönlich frage mich bei dieser Sache auch, was die Leute dazu treibt, das Buch so zu zerreißen? Schließlich wird der Verlag schon seine Gründe haben, Alex unter Vetrag genommen zu haben und die Szenen, die vielleicht so nicht vorkommen, sind im Buch drin. Das beweist eine Tiktokerin (leider hab ich ihr Video nicht mehr gefunden…) indem sie die Szenen aufzeigt.

Ich arbeite selbst als Social Media Managerin und weiß um die Kraft eines Shitstorms. Das Gute an der Situation ist jetzt natürlich, dass viele der Videos auch auf Timelines außerhalb der Booktok Bubble gespült werden und das Buch somit vielleicht noch einmal mehr Aufmerksamkeit bekommt. Trotzdem finde ich solch einen Shitstorm unbegründet in Anbetracht, dass das ein Jugendbuch ist und wir in so vielen Büchern genau die Sachen, die bei Alex Aster nun angemerkt wurden, feiern und lieben. Für mich hat dieser Fall eigentlich nur wieder klar gemacht, dass ich mir das Buch auf jeden Fall kaufen werden um herauszufinden, wie berechtigt oder eben auch unberechtigt dieser Shitstorm tatsächlich ist.

Was sagt ihr zu solch einem Shitstorm kurz bevor das Buch auf den Markt kommt?

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