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Ruf der Wildnis | Filmkritik

Cover Ruf der Wildnis

R E Z E N S I O N S E X E M P L A R

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Ruf der Wildnis spielt während des Goldrausches in den 1890er Jahren. Der Film begleitet das Leben des Hundes Buck, der von seinem zu Hause in Kalifornien gestohlen und als Schlittenhund in den Yukon verkauft. Dort freundet er sich mit John (Harrison Ford) an, der gerade angekommen ist, um sein Leben zu ändern.

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Ruf der Wildnis Plakat

© 2020 Twentieth Century Fox Home Entertainment LLC.

Einen sehr auffälligen CGI Hund, ein Clickbait auf Harrison Ford und eine Geschichte, die vom Original abweicht – so könnte man Ruf der Wildnis bezeichnen.

Der Film basiert auf dem gleichnamigen Buch „Der Ruf der Wildnis“ von Jack London. Der Film spielt, ebenso wie das Buch, am Ende des 19. Jahrhunderts.  Es geht um einen verwöhnten Haushund aus Kalifornien, der von zwei Entführern aus seinem Zuhause entrissen wird. Seine Reise führt ihn nach Alaska, wo er Goldgräber unterstützen soll und als Schlittenhund dient. Die Geschichte teast John Thornton (Harrison Ford) erstmal an, denn zuerst kommt ein großer Part über das Postbotenpärchen Perrault und Francoise und ihrem Job. Im zweiten Abschnitt findet er zu John, der sich entschließen einer Schatzkarte zu folgen, die ihn zu Gold führen soll. Damit entscheiden John ebenfalls in der Wildnis im Yukon zu leben.

Jack Roland schrieb das Buch Der Ruf der Wildnis, zu einer Zeit in der London in einer Industrialisierung steckte. Zu der Zeit waren Abenteuer über Freiheit, dem Unbekannten und wilden Tieren besonders beliebt. Das Buch an sich ist grausamer, realistischer und thematisiert in seiner Geschichte das Motiv der „Survival of the Fittest“. Zudem zeigt er emotional auf, wie es keine heile Welt geben kann. All das entspannt der Film und setzt es auf eine sehr gute und familienfreundliche Art um. Im Film kommen keine Tiere zu Tode, es werden keine Tiere unnötig oft geprügelt und die Beziehungen zwischen Buck und seinen Besitzern ist nicht tierquälend dargestellt. Das es ein CGI Hund ist, macht es dazu noch tierfreundlicher, denn all diese Strapazen und Kämpfe, die Buck auf sich nimmt, würde ich keinen echten Hund zutrauen wollen. Es wäre schlichtweg nicht möglich. Da der Filmautor Chris Sanders ein Filmanimator ist und Lilo & Stitch, sowie Drehbuchautor für Drachenzähmen leicht gemacht war, verwundert es auch nicht, dass er einen animierten Hund auswählt und ihn so gut darstellen lässt. Das was hier zu oft kritisiert wird, finde ich als eine sehr gute Entscheidung.

© 2020 Twentieth Century Fox Home Entertainment LLC.

Nun zu Harrison Ford. Im Trailer wird er als die große und wichtigste Person dargestellt. Das ist hier nicht der Fall. Buck ist die Hauptfigur und John Thornton nur ein Abschnitt in seinem Leben. Es reicht dennoch aus, wenn man den Film gerade wegen Ford gucken möchte. Denn dieser „Clickbait“ hat wohlmöglich dazu geführt, diesen schönen Film überhaupt einzuschalten. Das Buch ist nichts für Kinder – der Film schon. Der Yukon wird als wunderschöne Landschaft direkt vor Ort gezeigt und ist teils mit CGI aufgebessert. Die Musik unterstützt die Darstellung der Landschaft und Wildnis, sodass man gerne selbst zum Yukon reisen möchte.

Insgesamt geht es in dem Film darum, seine Bestimmung zu finden und sein zu können, wer man wirklich sein will. Das schafft der Film liebevoll. Ein großer Pluspunkt: die Hunde sprechen wenigstens nicht! Ohne das Buch oder den Film weiter spoilern zu wollen: von dem Buch wird hier zwar abgewichen, aber Indianer, die Menschen töten, Buck der mehr gewaltvoll als liebevoll ist und das prügeln von Hunden kann man zeitgemäß auch schon einmal in einen Film weglassen, indem es darum geht seiner Bestimmung zu folgen. Das Buch knüpft für mich eher an der Erkenntnis an, dass ein Hund zu einem Wolf werden kann, wenn man ihn in seinem Ursprung aussetzt. Der Film setzt dahingehend an, dass ein Hund (symbolisch gerne auch ein Mensch) seinen Weg finden muss und die Konflikte bewältigen muss, um seine Bestimmung zu finden.

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Julian

Jeder der einen schönen Film über Hunde, Natur und Harrison Ford sehen möchte und vom CGI absehen kann, ist hier mehr als befriedigt.

Andrea

Mir hat Ruf der Wildnis sehr gut gefallen. Ich mag Harrison Ford schon seit dem ersten Star Wars Film als Schauspieler und bin immer Feuer & Flamme, wenn er wieder in einem Film mitspielt. Bei Tierfilmen bin ich hingegen jedoch immer vorsichtig, da ich grundsätzlich immer heulen muss, wenn Tiere irgendwie sterben. Sei es durch einen natürlichen oder gewaltsamen Filmtod. Aber das war hier nicht der Fall.

Ich bin sehr froh, dass die Entscheidung getroffen wurde, vom Buch wegzugehen und den Film anschaulicher zu machen und auf die permanente Gewalt zu verzichten. Die Entwicklung von Buck fand ich wirklich toll. Von einem verängstigten Hund zu einem Rudelanführer war einfach wunderbar. Schaut euch den Film definitiv an! Das ist ein Goldstück, das definitiv mehr Beachtung verdient.

The Call of the Wild | 06.08.2020

Der Trailer zu Ruf der Wildnis

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