Filmkritik

[Filmkritik] Neubeginn in Virgin River

Neubeginn in Virgin RIver FIlmkritik

Filmkritik zu Neubeginn in Virgin River

Vor einigen Wochen habe ich euch schon von dem Buch „Neubeginn in Virgin River“ erzählt und möchte heute die Verfilmung in den Mittelpunkt stellen. Ich habe sowohl Buch als auch Serie abgebrochen. Das Buch habe ich abgebrochen, weil ich einfach nicht in die Geschichte reingekommen bin. Die Charaktere mochte ich, aber die Geschichte hat mich einfach nicht abgeholt. Das fand ich sehr schade und habe gehofft, dass ich vielleicht noch einmal zum Buch greife, wenn mir die Serie gefällt. Aber das werde ich nicht tun. Die Serie hat mir das Buch tatsächlich versaut.

Aber beginne ich lieber erst einmal mit dem, was mir an der Serie gut gefallen: Die Charaktere hatten alle eine gewisse Ähnlichkeit mit den Charakteren aus dem Buch. Allen voran Mel und Jack. Ricky wiederum nicht, aber das kann man sehen wie man möchte, denn den ein oder anderen Charakter etwas abzuändern oder etwas vorweg zu greifen, was ich noch nicht als Leser des ersten Buchs kannte, ist ja eigentlich nicht schlimm. Zudem hat die Buchreihe 10 Bände. Da könnte es natürlich vorkommen, dass die Autoren den ein oder anderen Charakterzug, der vielleicht erst in Band 3 kommt, bereits vorher verwenden.

Gut gefallen hat mir auch die Tatsache, dass viel aus Jacks und Mels Vergangenheit gezeigt wurde. Es gab bei beiden immer mal wieder Zeitsprünge. Leider wurde wohl auch hier – ich bin bei Folge 3 ausgestiegen – der Grund, weshalb sie geflohen ist, geändert? Ich möchte hier jetzt weder für die Serie noch das Buch spoilern, aber wenn ihr beides kennt, schreibt mir doch bitte mal, ob ich das so richtig verstanden habe.

Mein Problem mit der Serie war vor allem der Ablauf der Geschichten. So, wie es die Serie aufzeigt, hat alles durchaus Sinn ergeben und war für die Erzählung einer Serie auch okay. Aber ich glaube, dass die Reihenfolge, wie sie im Buch gewählt wurde, ebenfalls visuell gut funktioniert hätte. Am meisten daran hat mich gestört, dass Mel erst versucht hat in Virgin River zu bleiben, dann aber doch gehen wollte und dann doch wieder bleiben will. Zudem kommt Jack’s Affäre vor, die er ja eigentlich relativ früh abschießt. Vermutlich für das Drama, was noch kommen könnte. Fand ich eher uncool. Weil genau diese kurzen Momente zwischen den beiden, wenn sie nicht gebunden sind, waren im Buch schöne Momente. Auch dass Jake die Frau verlässt, damit er sie nicht verletzt wegen Mel, gefiel mir als Charakterzug gut.

Ich fand leider auch die Schwester extrem nervig. Im Buch scheint sie eine eigentlich unterstützende Figur zu sein. Sie findet es zwar nicht so toll, dass Mel dann doch bleiben möchte, weil sie sie gerne bei sich haben möchte und sie in Virgin River einfach nicht erreichbar ist. Sie akzeptiert aber die Entscheidung und versteht auch wenig später, weshalb sich Mel dazu entscheidet. In der Serie ist die Schwester so eine richtige L.A. Frau. Sie hat zwar Kinder, aber strahlt nach außen einfach Reichtum und Oberflächlichkeit aus, was mich echt genervt hat. Außerdem wirkt sie überhaupt nicht sympathisch und ist einfach diejenige, die immer nur nörgelt.

Ich finde es wirklich nicht so schlimm, wenn Buchverfilmungen anders sind als die Vorlage. Die ein oder andere Sache kann ja mal aus Erzählgründen geändert werden und auch der ein oder andere Charakter kann hier und da mal einen anderen Charakterzug bekommen. Aber die Verläufe der Handlung von Virgin River zum Teil komplett zu ändern, die Charaktere um 180 Grad zu drehen, fand ich wirklich schade. Die Serie hätte bestimmt großes Potential gehabt, aber so scheint sie für mich nur ein schlechter Ableger zu sein.

Wenn ich das Buch nicht gekannt hätte, hätte ich die Serie bestimmt gemocht. Denn egal ob Virgin River jetzt fünf Szenen vorzieht oder nicht, ist ja auch erst einmal egal, solange es sinnvoll für die Serie ist. Ich hätte auch die Figuren viel mehr gemocht, aber durch das nicht-mögen des Buches, hatte die Serie einfach schon einen echt schlechten Start bei mir.

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